Zuverlässig überwacht

Condition Monitoring - Der Gaslieferant Equinor setzt bei einer Gasproduktionsanlage in Norwegen auf ein intelligentes und neuartiges Zustandsüberwachungssystem von Siemens. Die elektrischen Kompressorenstränge funktionieren dadurch zuverlässig und sind hoch verfügbar.

05. April 2019
Zuverlässig überwacht
Equinor ist Europas zweitgrößter Gaslieferant und betreibt auf der norwegischen Insel Melkøya eine Gasproduktionsanlage. (Quelle: Siemens)

Equinor ist Europas zweitgrößter Gaslieferant und betreibt auf der norwegischen Insel Melkøya eine Gasproduktionsanlage. Damit das Erdgas aus dem Vorkommen in Snøhvit in der Barentssee in alle Welt transportiert werden kann, werden auf Melkøya zunächst Wasser und Kohlenstoffdioxid aus dem Förderstrom entfernt. Das gereinigte Gas wird dann auf -160 Grad Celsius gekühlt und in flüssigem Zustand als LNG (liquified natural gas) auf Schiffe verladen.

Für diesen Prozess sind in der Anlage Hochleistungs-Kompressorenstränge im Einsatz, deren Antriebe und Zustandsüberwachung von Siemens stammen. Um eine hohe Anlagenverfügbarkeit zu sichern, setzt Equinor auf die neuartige, intelligente Plattform Sidrive IQ. Sidrive IQ zeigt den Anlagenbetreibern die Zustände aller wichtigen Parameter der Anlage.

Antriebe im Blick

In den Kompressorensträngen sind die weltweit größten Simotics-Hochspannungs- und -Hochgeschwindigkeits-Synchronmotoren mit einer Leistung von 65 Megawatt verbaut. Dazu kommen Sinamics-GL-Umrichter, was in Kombination zu einem besonders hohen Wirkungsgrad führt.

Für die Zustandsüberwachung und Datenerfassung nutzt Equinor Sidrive IQ, die neuartige, digitale Plattform zur Überwachung, Analyse und Optimierung der Antriebe.

Mit zusätzlichen Sensoren an weiteren Komponenten des Verarbeitungsstrangs werden weitere Daten zu Parametern wie Staubbelastung, Magnetfelddichte und Vibrationsbelastung erfasst. Damit können Wartungspläne präzise ausgearbeitet, Ausfallzeiten um bis zu 70 und Wartungskosten um bis zu 20 Prozent reduziert werden.

Equinor setzt auch in Zukunft auf Siemens, um die Anlage auf Melkøya effizient und zuverlässig betreiben zu können. So ist in einem nächsten Schritt geplant, einen digitalen Zwilling des Antriebsstrangs zu entwickeln. Damit können der Zustand der Simotics-Motoren simuliert und letztlich Wartungsintervalle von drei auf vier Jahre ausgedehnt werden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019
Seite: 21