Windpark-Betriebsführung optimiert

SI/PAM, das modulare und daher sehr flexible Instandhaltungs-Planungs- und Steuerungssystem von Steag Energy Services, wird für die Betriebsführung und Koordinierung der Instandhaltungsmaßnahmen in einem Windpark eingesetzt. Hierbei liefert das IT-gestützte System wertvolle Daten.

23. März 2015
Bild 1: Windpark-Betriebsführung optimiert
Bild 1: Windpark-Betriebsführung optimiert

Der Windpark umfasst 36 Windenergieanlagen (WEA) vom Typ Vestas V112 mit je 3 MW Leistung. SI/PAM dient unter anderem dazu, über eine Schnittstelle zum Scada-System des Windparks Anlagenalarme zu erfassen. Sobald eine Fehlermeldung im IPS-System eingeht, wird diese vom technischen Betriebsführer zusammen mit den kurzfristigen Maßnahmen zur Beseitigung der Störung im Modul „Schichtbuch“ von SI/PAM protokolliert. Das „Schichtbuch“ kommt somit vor allem zur Dokumentation unvorhersehbarer Anlagenstörungen zum Einsatz, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand schnell beheben lassen, zum Beispiel durch einen Anlagenreset.

Nahtloser Informationsfluss

Ist aufgrund eines spezifischen Fehlercodes jedoch ein Serviceeinsatz mit Technikern vor Ort in einer Anlage erforderlich, so wird diese Meldung gemeinsam mit einem „Work Request“ im SI/PAM-Modul „Aufgaben“ eingetragen. Parallel hierzu wird eine Arbeitsanfrage an die „Infobox“ des Instandhaltungs-Planungs- und Steuerungssystem (IPS) übergeben. Das Modul „Infobox“ fungiert als zentrale Kommunikationsschnittstelle zwischen der technischen Betriebsführung des Windparks sowie den Servicetechnikern und ist demnach mit einem elektronischen Postfach vergleichbar. Nach dem Start von SI/PAM kann ein Techniker anhand seiner personalisierten „Infobox“ daher sofort sehen, ob ein aktueller „Work Request“ vorliegt. Akzeptiert er diesen, wird in SI/PAM automatisch eine Arbeitsanweisung mit dem entsprechenden Workflow zur Beseitigung der Anlagenstörung erzeugt.

Hohe Arbeitssicherheit

Über die Protokollierung von spezifischen Alarmen sowie der Erfassung von „Work Requests“ hinaus, wird das Modul „Aufgaben“ für Freischaltmaßnahmen genutzt. Bei einer Freischaltung werden unter anderem konkrete Angaben zur betreffenden WEA, zum Zeitraum des Einsatzes sowie zum geplanten Ab-schluss der Arbeiten festgehalten. Das Modul „Aufgaben“ ermöglicht damit nicht nur eine sehr genaue Planung von Service- und Reparatureinsätzen, sondern gewährleistet darüber hinaus auch ein hohes Maß an Arbeitssicherheit während der Einsätze in den Anlagen. Zusätzlich bietet das Modul einen detaillierten Überblick über die aktuell geplanten Arbeiten und die damit verbundenen Stillstandzeiten der WEA.

Komplettiert wird das Lösungspaket von Steag Energy Services durch das Modul „Dokumentenverwaltung“. In diesem Modul werden offizielle Arbeitsanweisungen, technische Unterlagen und ähnliche wichtige Dokumente hinterlegt, um sie jederzeit bei Bedarf, etwa in einem Servicefall, sofort griffbereit zu haben.

Schon kurze Zeit nach Implementierung erleichterte SI/PAM die tagtägliche Arbeit aller Verantwortlichen im Windpark durch optimierte Abläufe, die zu einer effizienten Betriebsführung mit gezielter Planung und Steuerung von Instandhaltungsmaßnahmen führten.

Darüber hinaus lieferte das IPS-System von Beginn an wertvolle Daten als Basis für Analysen und Auswertungen hinsichtlich der technischen Verfügbarkeit des Windparks, darunter Informationen zur Häufigkeit und Dauer von Anlagenstillständen und Details zu deren Ursachen. So lässt sich bereits in einer sehr frühen Phase des Windparkbetriebs bspw. feststellen, ob spezifische Störungen an bestimmten WEA häufiger auftreten und diese möglicherweise vergleichbaren Ursprungs sind, um hierauf gezielter zu reagieren.

Ganzheitlicher Blick auf den Windpark

Mit SI/PAM erhält der Betriebsführer daher einen gleichermaßen detaillierten wie ganzheitlichen technischen Blick auf den Windpark. Da in diesem Zusammenhang eigene Zielgrößen berücksichtigt werden können, geben die im IPS-System hinterlegten Daten und Informationen auch Aufschluss über mögliche Leistungseinbußen, die keine unmittelbaren technischen Ursachen haben. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Anlagen aufgrund spezifischer Netzerfordernisse oder Umweltbedingungen abgeschaltet werden mussten.

Kontinuierlich Optimierungspotenziale ausschöpfen

„Wir wissen ganz genau, wann was im Windpark vorgefallen ist und welche Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlermeldungen ergriffen wurden“, erklärt Dr. Martin Stephan, IT-Projektleiter – Operation Services von Steag Energy Services. Da man auf eine detaillierte und vor allem objektive, weil reproduzierbare Datenbasis zugreifen könne, ermögliche SI/PAM einen sehr transparenten Blick auf die Verfügbarkeit jeder einzelnen Anlage und damit des gesamten Windparks. „Die wichtigen Erkenntnisse, die wir hierdurch erhalten“, so Dr. Stephan, „fließen wiederum in die tägliche Betriebsführung des Windparks und somit in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein. Auf dieses Weise bleibt die Verfügbarkeit der Anlagen im Sinne der Ertragserwartungen auf einem hohen Niveau.“