Wiederkehrende Prüfung DGUV Vorschrift 3 ohne Abschaltung

Die wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage kann zu großen Teilen im laufenden Betrieb (z. B. Sichtprüfung) erfolgen, mit Ausnahme der Isolationswiderstandsmessung. Diese kann nur durchgeführt werden, wenn die Anlage abgeschaltet ist. Häufig ist ein solcher zusätzlicher Aufwand bzw. eine Abschaltung der Stromversorgung mit hohen Ausfallkosten und aufwendigem Wiederanfahren der Anlagen verbunden oder gar unmöglich (z. B. in Rechenzentren, in Produktionsanlagen oder auf Intensivstationen).

16. Januar 2017
Die wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage kann zu großen Teilen im laufenden Betrieb (z. B. Sichtprüfung) erfolgen, mit Ausnahme der Isolationswiderstandsmessung. Bild: Bender
Bild 1: Wiederkehrende Prüfung DGUV Vorschrift 3 ohne Abschaltung (Die wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage kann zu großen Teilen im laufenden Betrieb (z. B. Sichtprüfung) erfolgen, mit Ausnahme der Isolationswiderstandsmessung. Bild: Bender)

Hier bieten Normen wie DIN VDE 0105-100:2015-10 und die DGUV Vorschrift 3 (ehem. BGV A3) zwei Alternativen für den sicheren Betrieb von Anlagen – ohne Abschaltung:

• permanente Differenzstrommessung (geerdetes Netz)

• permanente Messung des Isolationswiderstandes (ungeerdetes Netz)

Im geerdeten Netz (TN-S-System) besteht die Möglichkeit, mit Differenzstrom-Überwachungssystemen die Differenzströme der gesamten Anlage permanent zu messen und auszuwerten. Hierbei werden Verschlechterungen in der Isolation erkannt und gemeldet.

Eine weitere Möglichkeit bietet die ungeerdete Stromversorgung (IT-System) mit einem Isolationsüberwachungsgerät, welches den Isolationswiderstand der Anlage permanent misst. In beiden Fällen ist bei der wiederkehrenden Prüfung eine Anlagenabschaltung nicht notwendig.