Wie gelingt digitale Instandhaltung mit dem Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz?

Die Instandhaltung von Rotorblättern von Windenergieanlagen ist ohne digitale Unterstützung sehr personalintensiv und zeitaufwendig. Bei klassischer Vorgehensweise werden die Rotorblätter durch ein Team von Industriekletterern inspiziert. Dieses dokumentiert aufgefallene Schäden mit Fotos. Im nächsten Schritt werden diese Fotos im Backoffice einzeln von Spezialisten begutachtet und die dokumentierten Schäden kategorisiert. Anhand dieser Kategorisierung entscheidet der Betreiber der Anlagen, welche Schäden repariert werden und erteilt einen Reparaturauftrag an einen externen Dienstleister, häufig derjenige, welche die Inspektion durchgeführt hat. Dabei ist es keine Seltenheit, dass zwischen der Feststellung eines Schadens bei der Inspektion und der Reparatur dieses Schadens ein Jahr vergeht.

11. September 2019
Wie gelingt digitale Instandhaltung mit dem Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz?
(Quelle: GIS)

Durch den Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz kann diese Durchlaufzeit signifikant reduziert werden. Die Rotorblätter werden dabei durch Drohnen automatisiert nach vorgegebenen Routen abgeflogen. Die dabei aufgenommen Bilder werden im Anschluss von einer künstlichen Intelligenz analysiert. Diese erkennt zunächst die Schäden auf den Bildern und klassifiziert diese im zweiten Schritt. Sofern der Inspekteur einen entsprechenden Rahmenvertrag mit dem Windparkbetreiber besitzt, kann unmittelbar nach der Klassifikation der Schäden mit der Reparatur der kritischsten Schäden begonnen werden. Durch diese Maßnahmen kann die Durchlaufzeit zwischen Inspektion und Reparatur im Idealfall auf einen Tag reduziert werden. Zugleich kann der Einsatz an Personalressourcen mehr als halbiert werden.

Andreas Rosemann Head of Sales GIS – Gesellschaft für integrierte Systemplanung

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 34