Wartung und Pflege

Strahlanlagen

Neben dem Verkauf von Strahlanlagen widmet sich Agtos in besonderem Maße dem Service. Dieser umfasst Inspektionen, Wartungs- und Reparaturarbeiten ebenso wie Modernisierung und Leistungssteigerung.

24. März 2014
Strahlmittelschleier einer funktionierenden Aufbereitung. Quelle: Agtos
Bild 1: Wartung und Pflege (Strahlmittelschleier einer funktionierenden Aufbereitung. Quelle: Agtos)

Wie mit jedem hochwertigen Investitionsgut sollte sich der Betreiber auch mit der Technik seiner Strahlmaschine auseinandersetzen. Die Beachtung einiger weniger Grundregeln kann entscheidend zur Kostensenkung beitragen. So sagt die Zusammensetzung des Strahlmittels bereits viel darüber aus, ob das Betriebsgemisch beobachtet wird. Damit ist deutlich, ob zum Beispiel die Windsichtung gut funktioniert.

Wichtig ist zunächst die tägliche Kontrolle, Wartung und Pflege bestimmter Baugruppen durch das Bedienpersonal. Daher sollte zunächst darauf geachtet werden, dass der Bunker (Strahlmittelsilo) stets gut gefüllt ist. Häufig wird die Füllstandskontrolle vernachlässigt. Das geht so weit, dass die Amperemeter im Schaltschrank keine Leistungsaufnahme der Turbinen mehr anzeigen können – weil kein Strahlgut vorhanden ist. Und das, obwohl am Schaltschrank oftmals sogar Warnlampen blinken und eine Textmeldung im Display permanent den Bediener auffordert, Strahlmittel aufzufüllen.

Vernachlässigte Wartung

Wenn die Füllmenge nicht am Schaltschrank angezeigt wird, müssen die Siebe in den Aufbereitungen vom Bediener oder Wartungstechniker entfernt werden, um den Füllstand kontrollieren zu können. Die Betriebsanweisung der Strahlanlage wird ebenfalls auf kurzfristige Kontrollen der Siebe hinweisen. Dabei lässt sich leicht feststellen, ob sie verschmutzt beziehungsweise verstopft sind. Leider beobachten die Agtos-Servicetechniker in der Praxis immer häufiger, dass die Strahlmittelaufbereitung der Strahlmaschinen nicht gewartet wird.

Das Strahlmittelgemisch im Bunker ist ein wichtiger Faktor im Strahlprozess. Ein Betriebsgemisch, das regelmäßig mit kleinen Mengen nachgefüllt wird, behält eine gleichmäßige Struktur. Die Anteile von Grob-, Mittel- und Feinkorn bleiben konstant. Und das ist sehr wichtig für die Oberfläche beziehungsweise für das konstante Strahlergebnis. Wenn über einen längeren Zeitraum kein neues Strahlmittel nachgefüllt wird, sinkt der Korngrößendurchschnitt im Betriebsgemisch, da das Strahlmittel durch mehrfache Umläufe bricht und sich abnutzt.

Die gestrahlten Flächen werden nicht mehr rau genug, oder nicht richtig gereinigt. Das kann ganz besonders dann zum Problem werden, wenn gestrahlte Werkstücke zum Beispiel pulverbeschichtet werden sollen. Als Folge werden die Strahlzeiten erhöht oder Durchlaufgeschwindigkeiten verringert – beides ist unwirtschaftlich.

Ist die Aufbereitung verstopft und der Abfalltrichter gefüllt, verbleiben Staub und Feinanteile im Strahlmittelkreislauf und erhöhen den Verschleiß. Schleuderräder, Auskleidungen in der Maschine, Förderelemente wie Becherwerke und Förderschnecken verschleißen zusehends schneller. Die Folge sind erhöhter Ersatzteilbedarf und mehr reparaturbedingte Maschinenstillstände. So steigen die Unterhaltskosten, die Produktivität nimmt ab.

Schäden vermeiden

Ein weiterer Faktor für erhöhten Verschleiß kann die Filteranlage sein. Häufig sind die Filterelemente verstopft, was sich auf die Filterleistung auswirkt. Die Maschine qualmt, Staub verteilt sich in der Halle. Die Aufbereitung kann nicht mehr richtig arbeiten, da sie mit einem Luftsog funktioniert, den der Ventilator der Filteranlage erzeugt. Gute Filteranlagen sind mit einer Differenzdruckanzeige ausgestattet, welche den Sättigungsgrad der Patronen anzeigt.

Der Verschleiß innerhalb der Strahlmaschinen erfolgt durch den Strahlvorgang an sich sowie durch zu viele Feinanteile im Strahlmittel. In Extremfällen ist der Verschleiß so weit fortgeschritten, dass die Maschinen bereits Löcher aufweisen. Diese Schäden können durch regelmäßige Kontrollen verhindert werden.

Ausgehend von einem Leistungsverzeichnis, das alle Baugruppen der Strahlanlagen beinhaltet, werden die Maschinen geprüft. Der Servicemonteur notiert Hinweise und Empfehlungen. Kleinere Reparaturen oder Justierungen werden direkt behoben. Der Kunde erhält eine erste mündliche Zusammenfassung direkt vor Ort.

Später erfolgt eine Ausarbeitung des Berichts durch den Service-Innendienst. Dieser kann bei komplexen Fragen Techniker hinzuziehen. Der Kunde erhält den Bericht zeitnah. Er beinhaltet eine komplette Auflistung aller festgestellten Schäden nach Baugruppen sortiert, Handlungsempfehlungen und ein Angebot über Teile, deren Austausch empfohlen wird.

Auf Wunsch erhält der Kunde eine Empfehlung über die Frequenz von Inspektionen. Diese wird in Abhängigkeit der Betriebs- und Strahlstunden der Maschinen ermittelt. Ebenso wird berücksichtigt, inwiefern der Kunde Wartungsarbeiten selbst durchführt oder diese vergeben will.

Viele Betreiber nutzen die Fachkompetenz der Agtos-Servicetechniker. Wie auch immer der Plan aussieht, den beide gemeinsam ausarbeiten, wird laut Agtos sicherlich eine Steigerung der Produktivität, verbunden mit einer langfristigen Sicherung der Investition erreicht.

Erschienen in Ausgabe: 01/2014