»Unsere klassischen Aufträge sind an die Produktionszeiten des Kunden angeschlossen.«

Reinigungsdienstleister

René Leitner, Niederlassungsleiter der S.I.S.-Gruppe in Chemnitz, spricht im Interview über Aufträge aus der Automobilbranche, Stillstände und die schwierige Personalsuche.

10. September 2012
René Leitner  absolvierte eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter und eine weiterführende Ausbildung zum Objektleiter für Betonsanierung, Instandsetzung, erschütterungsfreien Betonabbruch und Betonsägen. 1997 erfolgte der Quereinsteig in den Bereich Industriedienstleistungen, Maschinen- und Anlagenreinigung. Nach Positionen als Objektleiter und Gebietsleiter der S.I.S-Niederlassung Chemnitz ist Leitner seit 2010 dort Niederlassungsleiter.
Bild 1: »Unsere klassischen Aufträge sind an die Produktionszeiten des Kunden angeschlossen.« (René Leitner absolvierte eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter und eine weiterführende Ausbildung zum Objektleiter für Betonsanierung, Instandsetzung, erschütterungsfreien Betonabbruch und Betonsägen. 1997 erfolgte der Quereinsteig in den Bereich Industriedienstleistungen, Maschinen- und Anlagenreinigung. Nach Positionen als Objektleiter und Gebietsleiter der S.I.S-Niederlassung Chemnitz ist Leitner seit 2010 dort Niederlassungsleiter. )

Unsere größten Kunden in der Niederlassung kommen aus dem Automobil- und Automobilzuliefererbereich. Dazu zählen VW mit Motoren- und Montagewerk in Zwickau und auch Linamar in Crimmitschau. Linamar bearbeitet unter anderem Motoren für MTU, Jaguar und BMW. Auch ISE in Hainichen gehört zu unseren Kunden. Dort werden Schließsysteme und Türaufhängungen für alle großen Automobilhersteller gefertigt. Außerdem machen wir neuerdings auch bei Magna in Schleiz Trockeneisreinigung. Dort werden Innenspiegel und die Kappen für Außenspiegel produziert.

Und aus anderen Branchen?

Jungheinrich aus Landsberg bei Leipzig ist ein großer Kunde von uns aus dem Bereich Maschinenbau. Dort werden Elektro-Niederhubwagen gefertigt. Bei Jungheinrich sind wir auch während des Sommer- und Winterstillstands jeweils mit einer großen Anzahl an Mitarbeitern im Einsatz. Auch beim Diamant-Fahrradwerk reinigen wir turnusmäßig während der Stillstandszeiten.

Ließen sich Sommer- und Winterstillstandszeiten nicht vermeiden?

Die Philosophie der Unternehmen ist da vollkommen unterschiedlich und S.I.S. ist dank mehr als 35 Jahren Erfahrung routiniert genug, auf nahezu alle Kundenwünsche einzugehen. VW versucht zum Beispiel, einen Sommerstillstand mit in die Jahresplanung zu nehmen, da das Werk in Zwickau gerade für die Produktion der neuen Modelle vorbereitet wird. Aber die ganzen kleineren Serienfertiger verzichten mittlerweile auf solche Stillstandszeiten, und auch im Maschinenbau wird durchgearbeitet.

Welche Reinigungsmaßnahmen übernimmt S.I.S.?

Das sind alle Arbeiten im Bereich Reinigung. Es reicht von der Bodenreinigung, über die Maschinenreinigung und Filterwechsel an Abluftanlagen bis hin zu Hallendecken und Wänden. Ein Kunde, der Spraydosen für Haarfestiger produziert, hat beispielsweise wegen einer Kettenreinigung angefragt. Den Ausbau der Ketten sowie die Wartung, Instandhaltung und Inbetriebnahme übernimmt dabei der Kunde selbst. Die Reinigung und alle weiteren Schritte vor der Remontage übernehmen wir, inklusive Planung und Ablaufüberwachung. So kümmert sich zum Beispiel das Diamant-Fahrradwerk selbst um den Betrieb seiner Lackieranlagen. Aber wenn diese ausgeschaltet werden, kommen wir zum Einsatz. Wir übernehmen dann die Filterwechsel sowie die Grundreinigung der Lackieranlangen und der gesamten Halle. Bei der Bus-Fertigung von Neoplan in Plauen sind unsere Aufgaben ähnlich umfassend. Unsere klassischen Aufträge sind an die Produktionszeiten des Kunden angeschlossen.

Was war bisher Ihr größtes Projekt?

Das war die komplette Produktionsflächenreinigung und Maschinenreinigung für die Bentley-Phaeton-Linie im VW-Werk in Zwickau. Zu den Bereichen, in denen wir dort gereinigt haben, gehörten das Presswerk, die Logistik, die Montagehalle und die Pilothalle. Drei Jahre lang waren wir im Werk mit relativ hohem Aufwand tätig. Wir haben viele Maschinenreinigungen am Wochenende aber auch unter der Woche vorgenommen, uns um die Gebäudereinigung gekümmert und auch Lüftungsanlagen und Elektrobühnen gereinigt.

Wie viel Personal haben Sie am Standort Chemnitz?

Wir haben hier rund 120 Mitarbeiter beschäftigt, 75 Prozent davon in der aktiven Reinigungsdienstleistung und 15 Prozent im Bereich Kraftwerksdienstleistung. Neben den gewerblichen Reinigungs- und Instandhaltungsmitarbeitern arbeiten sogenannte 400-Euro-Mitarbeiter im Schnitt 10 bis 15 Stunden pro Woche für uns. Je nach Auftrag und Anforderung des Kunden stellen wir flexibel unsere Teams zusammen. Es gibt natürlich auch Leistungen an entfernteren Standorten, die nur acht oder neun Stunden pro Woche umfassen, aber am Wochenende zu erledigen sind. Da wäre es unwirtschaftlich, wenn wir Mitarbeiter aus Chemnitz dorthin schicken würden. Also suchen wir in solchen Fällen Mitarbeiter vor Ort.

Schreibt S.I.S. mit jedem neuen Auftrag freie Stellen aus?

Ja, permanent. Hierbei ist es wichtig, die richtigen Leute mit der richtigen Ausbildung für die jeweiligen Aufgaben zu finden. Dies wird schwieriger, aber betrifft nicht nur uns. Hier im Raum Chemnitz haben wir im Radius von 80 Kilometern mit VW, BMW und Porsche drei große Automobilhersteller, und alle stocken ihre Produktion auf. Dadurch stehen auf dem Arbeitsmarkt nur noch wenige Fachkräfte in unserem Bereich zur Verfügung. Es ist unserem guten Ruf zu verdanken, dass wir weiter neues Personal finden und auch freies Personal anderer Dienstleister zu uns wechseln will.

René Leitner

absolvierte eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter und eine weiterführende Ausbildung zum Objektleiter für Betonsanierung, Instandsetzung, erschütterungsfreien Betonabbruch und Betonsägen. 1997 erfolgte der Quereinsteig in den Bereich Industriedienstleistungen, Maschinen- und Anlagenreinigung. Nach Positionen als Objektleiter und Gebietsleiter der S.I.S-Niederlassung Chemnitz ist Leitner seit 2010 dort Niederlassungsleiter.

Erschienen in Ausgabe: 02/2012