Industrieservice

Umsatz gesteigert

Die führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland haben ihre Umsätze im Geschäftsjahr 2017 mit im Durchschnitt 3,5 Prozent so stark gesteigert wie seit 2011 nicht mehr. Das zeigt die aktuelle Lünendonk-Liste.

11. September 2018
Für die kommenden Jahre erwarten die 20 größten Dienstleister einen Anstieg des durchschnittlichen Wachstums auf 5,3 bis 6,4 Prozent pro Jahr.
Für die kommenden Jahre erwarten die 20 größten Dienstleister einen Anstieg des durchschnittlichen Wachstums auf 5,3 bis 6,4 Prozent pro Jahr.

Als Gründe für die Umsatzsteigerungen der führenden Industrieservice-Unternehmen nennt die neue Lünendonk-Studie ›Industrieservice-Unternehmen in Deutschland‹ unter anderem den aufgelaufenen Investitionsstau in der Instandhaltung von Produktionsanlagen, die gute Konjunktur und die steigende Nachfrage nach Standortdienstleistungen. Für die kommenden Jahre erwarten die 20 größten Dienstleister einen Anstieg des durchschnittlichen Wachstums auf 5,3 bis 6,4 Prozent pro Jahr. Ohne den Fachkräftemangel wäre das Wachstum der führenden Dienstleister noch deutlicher angestiegen. Bereits heute wird die Unternehmensentwicklung überwiegend durch das erschwerte Gewinnen von Personal begrenzt.

Bilfinger ist seit dem Erscheinen der ersten Lünendonk-Liste 2009 und im zehnten Jahr in Folge das größte Industrieservice-Unternehmen in Deutschland. Der Mannheimer Konzern setzte in 2017 994,9 Millionen Euro mit 7.784 Mitarbeitern im Inland um. Inklusive des Auslandsgeschäfts generierte der Multidienstleister eine Jahresleistung von über 4 Milliarden Euro.

Auf Rang zwei folgt die Wisag Industrie Service Holding mit einem Plus von 30 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresumsatz liegt nun bei 770 Millionen Euro. Auf Listenplatz drei folgt die Remondis Maintenance & Services, die mit den Tochtergesellschaften Xervon und Buchen am Markt agiert. Remondis steigerte den Umsatz um 15 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Demnach generieren drei Unternehmen in dem stark fragmentierten Markt jeweils mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Neu im Ranking ist die Kraftanlagen München auf Rang sieben mit 257 Millionen Euro, die erstmals die Listenkriterien erfüllte. Das Unternehmen ist unter anderem in der Energie- und Kraftwerkstechnik, im Rohrleitungsbau und Industrieanlagen tätig. Der zweite Neueinsteiger im Ranking ist die Johann Rohrer GmbH, Jochgrimm, mit einem geschätzten Inlandsumsatz von 115 Millionen Euro. Das Unternehmen ist Teil der Rohrer-Gruppe mit Hauptsitz in Österreich, die eine Gesamtleistung von 250 Millionen Euro mit 3.000 Mitarbeitern erreicht.

»Es mehren sich die Anzeichen, dass der Industrieservice vor einem Aufschwung steht. Der demografische Wandel sowie der oft nicht nachhaltige Sparkurs der Auftraggeber in der Instandhaltung verbesserten das Marktumfeld«, kommentiert Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, die Ergebnisse der zehnten Lünendonk-Marktuntersuchung.

Erschienen in Ausgabe: 02/2018

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