Testverfahren für kritische Rotorblatt-Strukturbereiche

Im Rahmen des EU-Projektes ›IRPWind‹ haben sich die Technical University of Denmark (DTU), das Knowlegdge Centre WMC und das Fraunhofer IWES mit der realistischeren Belastung kritischer Rotorblatt-Strukturbereiche beschäftigt. Durch einen Subkomponententest der Rotorblatt-Hinterkante können kritische Blattdetails besonders eingehend betrachtet und beliebige Lastfälle nachgebildet werden.

23. April 2018
Der Prüfkörper ist mit Kugelgelenken zwischen einem gelenkig gelagerten vertikalen Träger und einer starren Wand eingespannt. Bild: Pascal Hancz
Der Prüfkörper ist mit Kugelgelenken zwischen einem gelenkig gelagerten vertikalen Träger und einer starren Wand eingespannt. (Bild: Pascal Hancz)

Vier Kameras verfolgen den Testverlauf, filmen die mit einem Punktmuster präparierte Oberfläche des Prüflings und machen mit Hilfe des sogenannten Digital-Image-Correlation-Systems Deformationen simultan auf der Druck- und Saugseite sichtbar. Neben Dehnungsmesstreifen sind zusätzlich Acoustic Emission-Sensoren im Einsatz, um Risse an der Klebnaht anzuzeigen. Dieser Bereich des Blattsegments ist besonders anfällig für Schäden, wenn er unter zyklischer Last wechselnd oder schwellend belastet wird.

Der dafür eingesetzte Lasteinleitungsrahmen, eine Eigenkonstruktion des Fraunhofer IWES, ermöglicht dabei eine hohe Flexibilität: Er setzt über zwei Kugelgelenke auf verschiebbaren Adapterplatten an beiden Seiten der Probe auf, sodass sich beliebige kombinierte Lastfälle nachbilden lassen. Der Umbau der Testkonfiguration ist schnell und unkompliziert möglich.

Jedes der drei Institute konzentrierte sich im 'IRPWind'-Projekt auf ein drei Meter langes Teilsegment des gleichen Typs eines 34-Meter langen Rotorblatts zur Untersuchung. Während man sich an der DTU auf statische Tests konzentrierte, untersuchten die Forscher am Fraunhofer IWES und WMC die Rissbildung an der Klebnaht infolge dynamischer Lasteinleitung.

„Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit den aussagekräftigen Ergebnissen der Hinterkantentests und glauben, dass die Prüfmethode als Ergänzung von Ganzblatttests der Industrie einen Mehrwert bieten kann“, so das Fazit der IWES-Projektleiter M.Sc. Malo Rosemeier und Dr. Alexandros Antoniou.

Auch nach Abschluss des 'IRPWind'-Projektes plant das Fraunhofer IWES, die Prüfmethodik weiterzuentwickeln, um realistischere Belastungsszenarien abzubilden: Für das aktuelle Projekt „Zukunftskonzept Betriebsfestigkeit von Rotorblättern - Entwicklung von Segment-, Abschnitts- und Komponentenprüfungen“ ist in Bremerhaven der Bau eines neuen Prüfstands geplant, der den Rahmen für Segmenttests im großen Maßstab stellen wird.

PLACEHOLDER: EMBEDDED VIEW: 0909CDC6-1DF2-4DD8-9E2B-A531D72C746B

TYPE: fließtext
FORMAT: Fließtext