Das richtige Zusammenspiel im Wartungsgesamtgefüge

SAP erklärt, worauf es bei dem Zusammenspiel von Predictive Maintenance und Field Service Management ankommt, um ein fundiertes Servicekonzept zu realisieren. Außerdem können Servicedienstleister mithilfe von Crowd Service auf einen größeren Pool von Technikern zugreifen.

21. August 2019
Senior technician and junior technician repairing agriculture machinery in a greenhouse
Condition Monitoring und Predictive Maintenance können nur im Wartungsgesamtgefüge ihr ganzes Potenzial entfalten – Crowd Service optimiert Effizienz. (Quelle: Frank – stock.adobe.com)

Viele Maschinenbauer haben heute erkannt, dass sich durch Condition Monitoring und Predictive Maintenance vieles erreichen lässt, denn Kostenreduzierungen und Serviceverbesserung liegen im Interesse aller. Eine wichtige Voraussetzung, um diese Konzepte erfolgreich umsetzen zu können, ist zunächst die Ausstattung der Maschinen mit den benötigten Sensoren. In einem nächsten Schritt müssen die Sensoren dann mit einer Plattform verbunden werden, die die Sensordaten auswerten kann und Service entsprechend dem jeweiligen Bedarf genau erkennt und bestimmt.

Doch wie lässt sich in diesem Zusammenhang guter und schneller Service gewährleisten? Predictive Maintenance und Condition Monitoring an sich bestimmen nur vorausschauend, dass und wie oft eine Maschine gewartet werden sollte. Da viele Industrien mittlerweile in derartige IoT-Technologien investiert haben, die den Servicebedarf erkennen, benötigen sie auch ein Tool, mit dem sich Wartungsdienste bestmöglich organisieren und umsetzen lassen. Es gilt, ein Field Service Management zu etablieren, das sich an die IoT-Plattform anbinden lässt und so den Service-Bedarf organisiert, der durch Predictive Maintenance und Condition Monitoring aufkommt.

Crowd Service verbindet Condition Monitoring und Predictive Maintenance

Wer auf Condition Monitoring und Predictive Maintenance setzt, läuft Gefahr, dass sein Service unberechenbar wird. Meldet die Maschine nach acht Monaten einen Fehler oder erst nach elf? Wann muss der Techniker parat stehen? In Zeiten turnusmäßiger Wartungen war dies kein Problem, denn die Einsätze der Außendienstmitarbeiter ließen sich nach einem festen Schema planen.

Durch Condition Monitoring und Predictive Maintenance werden Service-Prozesse jetzt zwar deutlich bedarfsgerechter. Gleichzeitig sind diese Konzepte aber auch unberechenbarer, da sich nicht genau festlegen lässt, wann ein Techniker zu welchem Kunden fahren muss. Zugleich setzen Kunden aber einen zeitnahen Service voraus. Die Lösung heißt Crowd Service, denn hierdurch lassen sich Field Service-Prozesse deutlich schneller und besser realisieren.

Mit einem derartigen Lösungskonzept können Unternehmen in ihrem eigenen Ökosystem, sei es innerhalb der Unternehmensgruppe, bei Tochtergesellschaften, Partnern oder Freiberuflern, durch On-Demand-Verteilung zusätzliche Techniker-Manpower in Echtzeit finden. Sie bewegen sich dabei in ihrer eignen Crowd, also ihrem Umfeld, und gewährleisten so, dass Know-how nicht über eine offene Community in fremde Unternehmen abwandert. Artificial Intelligence kann diesem Pool an Service-Technikern zusätzliche Hilfestellung bei Kundeneinsätzen leisten.

Maschinen mit Sensoren ausstatten

Manuel Grenacher, General Manager SAP Field Service Management, kommentiert die Trends der Branche: »Aktuell sind viele Plattformen zwar noch nicht in der Lage, alle Maschinenanfragen stets korrekt und fehlerfrei abzubilden. Außerdem sind auch noch keine branchen- oder industrieübergreifenden Verbindungen möglich. Doch der Schritt geht zweifelsohne immer mehr in Richtung Predictive Maintenance, Condition Monitoring und automatisiertes Field Service Management gepaart mit Crowd Services. Wer sich zukunftsorientiert aufstellen möchte, sollte die Weichen daher bereits heute stellen und wichtige erste Schritte wie die Ausstattung der Maschinen mit Sensoren und einen automatisierten Außendienst in die Wege leiten.«

Condition Monitoring und Predictive Maintenance würden für viele deutsche Unternehmen immer wichtiger. »Firmen sagen, dass die Vernetzung ihrer Maschinen extrem wichtig sei. Nun müssen sie sich auch die Frage stellen, was sie mit dieser Vernetzung machen, und wie sie die gewonnenen Daten wirklich gut und umfassend nutzen können.« Es geht darum, verstärkt ganzheitlich zu denken und das vorhandene Potenzial in seiner Gesamtheit anzuvisieren. Zunächst muss mit der Einführung von IoT-Konzepten begonnen werden. Im Anschluss sollten sich Firmenlenker vermehrt mit Konzepten wie Crowd Service und Sharing Economy beschäftigen.