Rohrleitungskontrolle und -reinigung ohne Anlagenstillstand

Um Einblicke in das Innenleben von Rohrleitungen zu bekommen, nutzt Keller Lufttechnik jetzt Endoskope. Auch für die Reinigung bietet der Hersteller von Absaugsystemen zur Luftreinhaltung inzwischen ein patentes Verfahren an.

23. September 2015

Um den Service für Industriekunden, die Absauganlagen nutzen, noch weiter zu verbessern, investierte der Entstaubungsspezialist Keller Lufttechnik aus Kirchheim unter Teck bei Stuttgart jetzt in eine Technologie, die viele vor allem aus dem Operationssaal kennen: die Endoskopie. "Unsere Servicetechniker führen eine mit einer Lichtquelle sowie einer Kamera ausgestatteten Sonde in Anlagenteile ein, die sonst nicht einsehbar wären und gewinnen so Einblicke in deren Innenleben", berichtet Jochen Binsch, Service-Koordinator bei Keller Lufttechnik. "Zum Beispiel zur Kontrolle von Rohrleitungen bewährt sich die neue Technik sehr."

Neue Techniken für die Inspektion und Reinigung von Rohren an Absauganlagen

Bei Remondis im nordrhein-westfälischen Erftstadt, einem von rund 200 deutschen Standorten der Unternehmensgruppe, stellte Keller-Servicetechniker Ralf Skorzenski mit Hilfe seines Endoskops unlängst fest, dass sich der Durchmesser der rund 200 Meter langen Rohrleitungen, die Stäube von der Erfassungsstelle zum Filter transportieren, an vielen Stellen stark verringert hat.

„Remondis setzt die Absaugung an seinen Anlagen zur Mülltrennung ein. Dort erfasst sie viele feuchte und klebrige Partikel. Dass diese Teilchen sich teilweise an den Wänden der Rohre absetzen, ist unumgänglich. Wird der Rohrdurchmesser schließlich zu klein, kann die Anlage jedoch nicht mehr mit der nötigen Intensität absaugen. Dann müssen die Rohre gereinigt werden", sagt Skorzenski.

Früher war dies eine größere Prozedur: Zumeist war es nötig, die in der Regel an der Hallendecke verlaufenden Leitungen zu demontieren, sie am Boden liegend zu reinigen und anschließend wieder anzubringen. Doch das ist Vergangenheit: Für den Reinigungsvorgang bietet Keller Lufttechnik seinen Kunden in Zusammenarbeit mit dem Spezialunternehmen Sudermann aus Meinerzhagen inzwischen eine viel patentere Lösung an.

Die Fachleute führen rotierende Spezialbürsten über die Erfassungsstelle beziehungsweise eine Revisionsöffnung in die Rohrleitung ein und lösen damit die Beläge von den Rohrwänden. Die Absauganlage bleibt während dieses Vorgangs in Betrieb und transportiert die gelösten Partikel gleich ab. "Das funktioniert hervorragend und die Reinigung benötigt im Vergleich zu früher nur rund ein Zehntel der Zeit", schwärmt Ralf Skorzenski.

Gute Entstaubung ist unerlässlich

Für Remondis ist das reibungslose Funktionieren der Entstaubung von zentraler Bedeutung: "Ohne diese Absaugvorrichtung dürfen wir unsere Anlagen gar nicht betreiben", sagt Schichtleiter Martin Joller. "Unsere Hallen wären in kürzester Zeit verdreckt, die Luft verunreinigt."

Riesige Mengen Abfall verarbeitet Remondis, Deutschlands größtes Unternehmen der Wasser- und Kreislaufwirtschaft, täglich. Eine sogenannte Abfallbehandlungsanlage sorgt für die Trennung der unterschiedlichen Stoffe in den Hausabfällen. Martin Joller erklärt: "Zunächst trennen wir alles ab, was brennbar ist. Das bezeichnen wir als hoch- und mittelkalorische Fraktionen. Wir liefern sie unter anderem an Energieversorger, die sie zur Energiegewinnung nutzen. Außerdem separieren wir PVC, das in die Müllverbrennung geht, sowie Eisen und Nichteisen-Metalle wie zum Beispiel Aluminium, die wieder verwertet werden."

Der Abfall läuft dafür über eine komplexe Anlage und fällt von einem Band auf das nächste. Vor allem an diesen Stellen wirbeln unterschiedlichste Partikel auf, die von einer Entstaubungsanlage erfasst und mittels Schlauchfilter abgeschieden werden.

Regelmäßige Anlagenwartung gehört dazu

Die Absaugtechnik lieferte Keller Lufttechnik bereits vor rund zehn Jahren. Eine Service-Vereinbarung schloss Remondis gleich mit ab: "So sind wir sicher, dass die Anlagen jährlich ordnungsgemäß gewartet werden. Falls eine Prüfung kommen sollte, haben wir alle Messwerte vorliegen und können nachweisen, dass die Entstaubungsanlagen in einem guten Zustand sind", sagt Martin Joller.

Martin Joller und sein Schichtleitungskollege Guido Brüggen freuen sich, dass Inspektion und Reinigung der Rohre inzwischen sogar bei laufendem Anlagenbetrieb möglich sind: "Wir arbeiten fünf Tage in der Woche im Dreischichtbetrieb. Bei einem Anlagenstopp geht uns daher immer wertvolle Arbeitszeit verloren."