Netzwerke überwachen

Management

Monitoring - Um vor Ausfällen zu warnen, hat Indu-Sol ein zentrales Netzwerkmanagement entwickelt. Der Profinet-Inspektor NT und die Monitoring-Software Promanage NT stellen bei Baur in Altenkunstadt einen reibungslosen Warenversand sicher.

11. September 2018
Der Profinet-Inspektor NT zeigt auf dem Display den aktuellen Netzwerkgesamtzustand an und liefert erste Diagnosehinweise. Quelle: Indu-Sol GmbH
Bild 1: Netzwerke überwachen (Der Profinet-Inspektor NT zeigt auf dem Display den aktuellen Netzwerkgesamtzustand an und liefert erste Diagnosehinweise. Quelle: Indu-Sol GmbH)

Heute bestellt, morgen da – der Versandhandel ist für den Menschen die komfortabelste Art des Einkaufens. Das Internet schafft dabei im einst katalogbasierten Gewerbe jede Menge neuer Möglichkeiten, erhöht aber vor allem aufseiten der Logistik massiv die Anforderungen an kurze Lieferzyklen und Zustellzeiten.

»Als Außenstehender kann man sich kaum vorstellen, was alles zwischen dem Knopfdruck ›bestellen‹ und der Auslieferung der Ware passiert«, schmunzelt Harald Fiedler. Gemeinsam mit seinen 25 Kollegen sorgt er im Drei-Schicht-Betrieb beim Baur-Versand in Altenkunstadt dafür, dass alle Artikel und Pakete zur richtigen Zeit das Depot verlassen. Auf einer Fläche von rund 125.000 Quadratmetern befördert ein insgesamt 13 Kilometer langes Labyrinth aus Förderbändern und Sortieranlagen, kurz ›Sorter‹ genannt, durchschnittlich etwa 200.000 Artikel pro Tag zum Versand. Um reibungslose Abläufe sicherzustellen, setzt man hier auf eine zentrale Überwachung der eingesetzten Systeme durch die Monitoring-Software Promanage NT von Indu-Sol.

Kontinuierliche Erweiterung

Friedrich Baur gründete im Jahr 1925 im oberfränkischen Burgkunstadt Deutschlands ersten Schuhversandhandel. Heute hat sich nicht nur das Portfolio unter anderem um Schmuck, Möbel oder Mode erweitert. Baur ist inzwischen Teil der Otto-Gruppe und unterhält mehrere Tochterfirmen. Durch die kontinuierliche bauliche Erweiterung des Standortes waren unterschiedliche Technologien parallel im Einsatz, bei deren Betrieb und Wartung individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Setzte man in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er noch stark auf die Feldbustechnologie (Profibus und CAN), ist bei Baur für Neuanlagen seit 2010 der Einsatz von Profinet vorgeschrieben. Damals wie heute findet zudem der AS-i-Bus Anwendung.

Aus der Praxis heraus ergab sich früh die Notwendigkeit eines Monitoring-Systems. »2001 haben wir den Verladesorter in Betrieb genommen. Dieser hat Priorität 1 – wenn der steht, steht in absehbarer Zeit die ganze Firma«, schildert Fiedler einen konkreten Anwendungsfall. Hier traten hin und wieder sporadische Störungen bis hin zu Ausfällen auf, die bald im Tagesgeschäft untragbar wurden.

2008 entschied sich Baur, das dort installierte Profibus-Netzwerk von Indu-Sol messtechnisch überprüfen zu lassen. Von den Analysemöglichkeiten bei der Messung war man bei Baur so begeistert, dass der Profibus-Inspektor von Indu-Sol als Analysetool angeschafft wurde. Dieser überwacht permanent und passiv den logischen Datenverkehr im Profibus und alarmiert den Betreiber bei ersten Auffälligkeiten, bevor es sicht- und spürbare Beeinträchtigungen der Arbeitsabläufe gibt.

Ausgehend von diesen positiven Erfahrungen wurden die übrigen Systeme ebenfalls nach und nach mit dem für das jeweilige Netzwerk passenden Inspektor von Indu-Sol ausgerüstet. Insgesamt sind heute 33 dieser Mess- und Analysegeräte für Profibus, Profinet und ASi als ›stille Wächter‹ in den Schaltschränken verbaut. Sie überwachen das Netzwerk auf Qualitätsparameter wie Telegrammwiederholungen und Buszykluszeiten (Profibus) beziehungsweise Netzwerklast, Aktualisierungszeiten oder verspätete beziehungsweise verloren gegangene Telegramme (Profinet).

Den Überblick behalten

Das Team von der Anlagentechnik stand dabei vor der Herausforderung, die Diagnoseinformationen der Einzelgeräte zu vereinen, um den Überblick zu behalten und den Gesamtzustand aller Netzwerke einschätzen zu können. Hier kommt die zentrale Netzwerkmanagement-Software Promanage NT ins Spiel. Sie führt die Ereignisse aller Feldbusse und Netzwerke zentral auf einem Server zusammen, visualisiert das Ergebnis und bietet diverse Analysemöglichkeiten.

So können die für die Anlagentechnik zuständigen Mitarbeiter beispielsweise über den Netzwerkzustandsgraphen jederzeit und netzwerkübergreifend den historischen und aktuellen Zustand des Gesamtsystems einsehen. Über- oder unterschreiten die von den Inspektoren überwachten Qualitätsparameter definierbare Schwellwerte, werden diese Ereignisse mit Zeitstempel abgespeichert und können auch später noch bei der Ursachenforschung herangezogen werden.

Ein Klick auf den jeweiligen Datenpunkt des historischen Verlaufs offenbart tiefer gehende Informationen zum Ereignis. Gerade im Schichtbetrieb und für die rückblickende Analyse aufgetretener Störungen ist nach Fiedlers Ansicht die Fähigkeit von Promanage NT, Daten bis zu einem Jahr in die Vergangenheit minutengenau verfügbar zu halten, entscheidend: »Zur Überwachung eines aktuellen Fehlers ist der Inspektor wichtig, aber für die Historie brauchen wir Promanage NT – die Fehler, die es erkennt, sind für einen Außenstehenden nicht sichtbar.«

»Besonders komfortabel ist hier die Alarmfunktion per E-Mail, sobald ein Ereignis auftritt. Wir können ja keinen Mitarbeiter abstellen, der permanent die Weboberflächen aller 33 Inspektoren im Blick behält«, unterstreicht Fiedler die Erleichterung der Instandhaltung durch die zentrale Software.

Ein weiterer Vorzug von Promanage NT in diesem Zusammenhang ist, dass der Anwender sofort sehen kann, welcher der verbauten Inspektoren einen Alarm abgesetzt hat. So kann das technische Personal schnell und zielgerichtet reagieren. Durch das Alarmmanagement können die Benachrichtigungsparameter individuell angepasst werden und alle erforderlichen Mitarbeiter sind sofort informiert, um auf Vorboten von Qualitätsverschlechterungen reagieren zu können, bevor diese sichtbar werden.

Erschienen in Ausgabe: 02/2018