Mehr Transparenz

Management

Software - Mit cloudbasierten Lösungen von Syncron können Unternehmen ihr Bestandsmanagement zentralisieren und damit den automatischen Nachschub von Ersatzteilen bei Händlern und Vertriebspartnern sicherstellen.

05. Mai 2017
Mazda nutzt die Bestandsmanagement-Lösung von Syncron, die bedarfsorientiert und regional Empfehlungen für Bestellaufträge liefert.
Bild 1: Mehr Transparenz (Mazda nutzt die Bestandsmanagement-Lösung von Syncron, die bedarfsorientiert und regional Empfehlungen für Bestellaufträge liefert. )

Für das Bestandsmanagement innerhalb eines großen Händlernetzwerks ist volle Transparenz in der Supply Chain unabdingbar. Händler nutzen Retail Inventory Management (RIM)-Tools, um Prognosen, Auffüllung und Bestand zu optimieren. Für Hersteller besteht die Herausforderung jedoch in einer zentralen Bestandsplanung sowie der Aufstellung von Richtlinien und Bevorratungsstrategien.

Ein erfolgreiches Geschäft mit Aftermarket-Sales ist für viele Händler entscheidend, um auch langfristig gut aufgestellt zu sein. Mit durchschnittlich 5.000 Teilen auf Lager, haben sie in der Regel nur in 65 bis 75 Prozent der Fälle die angeforderten Teile vorrätig. Das steht im Kontrast zu der hohen Verfügbarkeit der Zentrallager von Herstellern, die häufig bei 200.000 liegt. Oft fehlen dem Händler schlichtweg die Informationen, welche Produkte er lagern soll.

In den meisten Fällen führt das zu einem Überbestand von wenigen Ersatzteilen, der zu Lasten einer höheren Verfügbarkeit eines breiten Produktspektrums geht. Grundsätzlich gilt: Lagerbestände lassen sich optimieren in dem die Menge an Ersatzteilen reduziert und stattdessen die Auswahl erweitert wird. Großhändler und vertikale Anbieter können eine höhere Verfügbarkeit erreichen und gleichzeitig Kosten senken, wenn sie neben Dealer Management Systems (DMS) und ERP zusätzlich eine Bestandsmanagement-Lösung implementieren. Unterstützt werden sie dabei von OEMs und Herstellern, die klare Bevorratungsprofile empfehlen und mehr Einfluss auf die Nachschubplanung nehmen.

Prozesse vereinheitlichen

Für viele Händler mit begrenzten Ressourcen ist ein effektives Bestandsmanagement schwierig umzusetzen. Das liegt neben dem hohen Anteil von Ersatzteilen mit schleppender und diskontinuierlicher Nachfrage auch an der schieren Menge an Teilen, die es zu bevorraten gibt. Hinzu kommen unterschiedliche Systeme an verschiedenen Standorten mit eigenen Geschäftsprozessen. Die Folge sind uneinheitliche Modelle und eine unbeständige Supply Chain. Ein eingeschränkter System-Support durch DMS- und ERP-Anwendungen verschärft die Situation.

Effektive Händler-Bestandsmanagement-Tools unterstützen Logistik- und SCM-Experten, zielgenaue Prognosen zu erstellen und durchgängige Empfehlungen zur Bestandsplanung von Ersatzteilen abzugeben. Wie, zeigt das Werk von Mazda Logistics Europe (MLE) im belgischen Willebroek. Mit 400 Mitarbeitern und mehr als 5,8 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz ist es Mazdas wichtigste europäische Geschäftseinheit. Über ein Zentrallager und Vertriebszentren in Österreich, Spanien und Großbritannien beliefert das Unternehmen täglich 28 Händler in ganz Europa mit Ersatzteilen für Fahrzeuge. 60 Prozent des Umschlags im Zentrallager gehen direkt an die rund 2.400 Händler in Europa.

Mazda nutzt die Bestandsmanagement-Lösung von Syncron, die bedarfsorientiert und regional Empfehlungen für Bestellaufträge liefert. Dank der automatisierten Lösung erzielt das Unternehmen eine durchgängig hohe Verfügbarkeit mit einem Servicelevel von 96 Prozent und einer Lagerumschlagshäufigkeit von unter 4.

Mazda profitiert von der hohen Transparenz im Lieferketten-Netzwerk und der gemeinsamen Lagerhaltungspolitik. Das System ermöglicht die Balance zwischen Überbeständen und Bedarfsunterdeckung. Überschüssige Bestände werden an das Zentrallager zurückgeschickt, Ersatzteile lassen sich auf verschiedene Warenlager umverteilen. Das Multi-Echelon-Bestandsmanagement-System trägt hier maßgeblich zur Optimierung der Lagerumschlagshäufigkeit, des Kundenservice-Levels und des Gesamtvertriebs bei.

Enge Zusammenarbeit

Die Implementierung automatisierter Lösungen ermöglicht es Herstellern, das Bestandsmanagement in die eigene Hand zu nehmen. Sie bestimmen inwieweit Händler eingebunden werden: So können Anbieter in manchen Fällen die Empfehlungen einsehen und ändern, in anderen Fällen bleibt die Kontrolle komplett beim Hersteller.

Die Verknüpfung der Geschäftsprozesse von Händlern mit der Supply Chain im Zentrallager von Herstellern bietet Vorteile in vielerlei Hinsicht. Bei der Einführung neuer Produkte lassen sich Bestandsprofile einfach ergänzen, noch ehe tatsächlich eine Nachfrage beim Händler eingeht. Gleichzeitig ermöglicht die hohe Transparenz Prozesse wie Direktzustellung, ein dezentrales Auftragsmanagement sowie zuverlässige und belastbare Rückkaufprozesse. Letztere sind für Hersteller weniger riskant als es zunächst scheinen mag – vor allem wenn die Nachschubplanung im Vorfeld stimmt.

Die Optimierung von Aftermarket-Prozessen bringt auch ein deutliches Plus für die Kundenzufriedenheit und das Serviceniveau. Ein zentrales, optimiertes Bestandsmanagement stärkt in händlerorientierten Branchen nicht nur das Netzwerk, sondern sorgt für eine positive und langfristige Beziehung – zwischen Hersteller, Händler, Marke und Kunde.

Erschienen in Ausgabe: 01/2017