Kreative Ideen und Kompromisse

Editorial

»Die Lage der Branche und die Aussichten sind keineswegs schlecht.«

02. September 2013

Im Geschäftsjahr 2012 legten die Top-15-Industrieservice-Unternehmen im Durchschnitt um 3,2 Prozent zu und für das Jahr 2013 erwarten sie einen Anstieg um durchschnittlich 5,7 Prozent. Das geht aus der aktuellen Lünendonk-Liste und -Studie hervor. Die Lage der Branche und die Aussichten sind also keineswegs schlecht. Ein Dauer-Problem auch für die Industrieservice-Branche ist jedoch der zunehmende Fachkräftemangel, der an strategischer Bedeutung gewinnt.

Und so bemühen sich die Unternehmen und Verbände mit kreativen und hoffentlich Erfolg versprechenden Ideen und Initiativen um den Nachwuchs. Der Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. (WVIS) wendet sich beispielweise mit einem Online-Spiel an 14- bis 17-Jährige, um sie damit in der Berufsorientierungsphase abzuholen und ihr Interesse für die Industrieservice-Branche zu wecken. Auch Bilfinger Industrial Services geht in die Offensive, nimmt sich aktuell des Schweizer Industrieservice-Nachwuchses an und startet dort im Oktober 2013 eine Instandhalterschule. Bleibt zu hoffen, dass diese Angebote auch entsprechend angenommen werden.

Um Personal geht es auch bei einem weiteren Thema, das die Branche aktuell beschäftigt: Werkverträge. Der Aufhänger ist dabei die Diskussion über eine mögliche Ausdehnung der Regeln zur Mitbestimmung auf durch Werkverträge geregelte Dienstleistungen. Der WVIS sieht in dem Zusammenhang sogar den Industriestandort in Gefahr.

Vielleicht gelingt es ja, dass sich die Vertreter der gegensätzlichen Positionen für einen Kompromiss aufeinander zubewegen – gewissermaßen im Sinne einer ›mobilen Instandhaltung‹.

Erschienen in Ausgabe: 02/2013