Katastrophen-Schutz

Leckageüberwachung

Die Leckageüberwachung an Speicherkraftwerken ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor für den Betrieb. Kleinste Leckagen müssen zuverlässig identifiziert werden, um einen katastrophalen Schaden zu vermeiden.

27. März 2013
Pipelineüberwachung am Gigel-Gibe-II-Kraftwerk in Äthiopien.
Bild 1: Katastrophen-Schutz (Pipelineüberwachung am Gigel-Gibe-II-Kraftwerk in Äthiopien. )

Um falsche Notabschaltungen zu vermeiden, muss die eingesetzte Messtechnik präzise und zuverlässig arbeiten. Besonderes Augenmerk richtet Systec Controls hier auf den dynamischen Bereich: Im An- und Abfahrbereich sind die Kräfte auf die Rohrleitung am höchsten und damit auch die Versagenswahrscheinlichkeit. Unglücklicherweise sind auch die meisten Durchflussmesser im dynamischen Betrieb ungenauer. Um Notabschaltungen zu vermeiden, wird deshalb der An- und Abfahrbetrieb oft ausgeblendet - also ausgerechnet der Betriebszustand, bei dem Leckagen am wahrscheinlichsten auftreten.

Häufig werden zur Leckageüberwachung nur die momentanen (analog)Messwerte von Zu- und Abfluss bilanziert. Bei dynamischen Situationen wie im Anfahr-/Abschaltbetrieb oder der Leistungsänderung einzelner Turbinen, aber auch bedingt durch die Rohrleitungsdynamik, können sich Momentanwerte stark unterscheiden. Der Betreiber steht dann vor dem Problem, hohe Leckagemengen als zulässig im Sinne der Leckageüberwachung zu betrachten oder aber fehlerhafte Notabschaltungen zu riskieren.

Der Deltawave-Leckagemaster verfolgt deshalb ein erheblich leistungsfähigeres Überwachungskonzept: Bis zu sechs einzeln angeschlossene Deltawave-Durchflussmesser übermitteln kontinuierlich die mit Zeitstempel versehenen Zählerstände der einzelnen Messstellen. Die Datenübertragung erfolgt digital über Ethernet an den Leckagemaster. Für große Übertragungswege wird die Lichtwellenleiterübertragung unterstützt. Via Ethernet erfolgt die automatische Synchronisierung der einzelnen Deltawaves.

Der Leckagemaster bilanziert die Zählerstandswerte von Zu- und Abflüssen über frei definierbare Zeitfenster (Integrationszeiten). Bis zu vier unterschiedliche Integrationszeiten können definiert werden. Dieses Konzept wurde zum Beispiel am 600-MW-Speicherkraftwerk Gigel Gibe II in Äthiopien umgesetzt. So werden an dieser Anlage vier Turbinen aus zwei Zuleitungen gespeist. Zur Leckageüberwachung bilanziert der Leckagemaster also zwei Zuleitungsmessungen und vier Turbinenmessungen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2013