»Intelligente Instandhaltung ist ein vorgreifendes Optimieren.«

Hight Service Distributor

Christian Lelonek, Leiter Verkauf und Marketing bei Distrelec, spricht im Interview über Condition Monitoring, intelligente Instandhaltung und Trends in den Bereichen Thermografie und IT.

11. April 2012
Christian Lelonek  ist studierter Betriebswirt und ausgebildeter Einkäufer im Bereich der Elektronikkomponenten-Beschaffung. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung in Leitungsfunktionen der Logistik und dem Aufbau von After-Sales-Prozessen. Seit 2003 hat er sich dem Vertrieb verschrieben. Er verantwortet den Geschäftsleitungsbereich Verkauf, der seit 2010 auch den Bereich Marketing der Distrelec Schuricht GmbH umfasst.
Bild 1: »Intelligente Instandhaltung ist ein vorgreifendes Optimieren.« (Christian Lelonek ist studierter Betriebswirt und ausgebildeter Einkäufer im Bereich der Elektronikkomponenten-Beschaffung. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung in Leitungsfunktionen der Logistik und dem Aufbau von After-Sales-Prozessen. Seit 2003 hat er sich dem Vertrieb verschrieben. Er verantwortet den Geschäftsleitungsbereich Verkauf, der seit 2010 auch den Bereich Marketing der Distrelec Schuricht GmbH umfasst.)

Sie hat für uns große Bedeutung, wenn nicht die größte zurzeit. In unseren Produktsortimenten sind wir speziell darauf ausgerichtet, gerade im MRO den Kunden zu unterstützten. Dafür spricht auch unsere Lieferzusage, dass wir ab einem Stück und innerhalb von 24 Stunden liefern. Das sind alles Attribute, die vom MRO-Bereich gefordert werden. Die Beschaffungszeiten aus dem betriebseigenen Lager sind oftmals länger als unser Standardversand.

Spiegelt sich dieser Service auch im Preis wider?

Es geht dabei um Einzelstückzahlen, zum Beispiel einen Widerstand oder ein Relais. Selten wird dabei über den Preis diskutiert, weil wir einen enormen Prozesskostenvorteil bieten. Die administrativen Kosten sind beim Kunden oft ohnehin größer als die Kosten des Bauteils.

Welchen Vertriebsweg bevorzugen Ihre Kunden?

Unser größter Fokus liegt auf dem Web-Shop. Für unsere Kunden soll es einfach sein, mit uns in Kontakt zu treten. Der Kunde kann dort sein Produkt auswählen anhand von Parametern, die er eingeben kann. Wir bieten im Web auch Konfiguratoren an, damit der Kunde zum Beispiel zum richtigen Kabel für seine Lösung kommt. Zudem haben wir dort einen Call-Back-Button, über den der Kunde innerhalb von 60 Sekunden einen Rückruf erhält. Unsere Industriekunden werden vom Außendienst besucht, denn im persönlichen Gespräch vor Ort lassen sich auch schwierige Anforderungen schnell klären.

Welche Rolle spielt das Condition Monitoring?

Die vorbeugende Instandhaltung ist in den letzten Monaten ein Thema gewesen, das wir unseren Kunden verstärkt nahegebracht haben. Wir bieten dazu in größeren Städten eine Seminarreihe an. Das aktuelle Programm ist im Internet verfügbar. Bei diesen Seminaren leisten wir den Know-how-Transfer vom Hersteller zum Kunden. Der Vorteil ist, dass wir herstellerunabhängig sind und verschiedenste Lösungen in diesem Bereich haben. Im Schwerpunkt ist dies die Wärmebildtechnik.

Welche Bereiche der Instandhaltung deckt Ihr Produktangebot noch ab?

Messtechnik und Automation haben einen großen Stellenwert. Im Bereich der Automation betrifft dies vor allem die Sensorik. Daraus ist in den letzten Jahren ein sehr großes Produktsortiment gewachsen. Wir bieten aber auch die Verbindung zwischen der IT-Welt und der Industrie. Hier haben wir ein umfangreiches Sortiment von 10.000 Artikeln aus dem IT-Bereich.

Wie viele Produkte umfasst Ihr Sortiment?

Wir haben jetzt schon weit über 500.000 Artikel im Webshop. Unser Produktmanagement nimmt jede Woche 400 neue Artikel auf und gibt sie an den Webshop weiter. So kommen jährlich um die 20.000 Artikel hinzu. Zusätzlich wird das Programm um komplette Hersteller-Serien im ›Catalog-Plus‹-Shop erweitert, die zwar nicht ab Lager, aber kurzfristig lieferbar sind. Der Kunde soll seinen Bedarf komfortabel aus einer Hand decken können.

Wer sind Ihre Kunden?

Der Hauptteil kommt aus der industriellen Instandsetzung. Daneben haben wir auch viele Kunden aus der Forschung und Entwicklung und aus der Ausbildung. Wir sind glücklich, dass wir alle Branchen bedienen können. Dazu zählen die Automobilindustrie, deren Zulieferer, der Maschinenbau, die chemische Industrie und Energieversorger. Aber auch kleingewerbliche Kunden und Handwerker finden bei uns die passenden Produkte. Wegen der großen Nachfrage haben wir seit einiger Zeit auch privaten Kunden unser Sortiment geöffnet, und einen eigenen Webshop-Bereich dafür geschaffen.

Wie international ist Ihre Kundschaft?

Wir verstehen uns als nationaler Partner in Deutschland, gehören aber zum Netzwerk des europäisch denkenden Unternehmens Disctrelec. In allen größeren europäischen Ländern ist Distrelec mit Niederlassungen oder lokalen Partnern vertreten, um die dortigen Märkte zu betreuen. Wir agieren aber auch grenzüberschreitend, wenn der Kunde international aufgestellt ist.

Was genau macht Distrelec zu einem High Service Distributor?

Einen High Service Distributor zeichnet aus, dass er einen leichten Zugang bietet. Es gibt keine langwierigen Anfrageprozesse, dafür aber Unterstützung auf dem einfachsten Weg. Wenn es Bedarf beim Kunden gibt, fahren wir auch zu ihm hin. Wir sind keine anonyme Internet Company, sondern finden mit dem Kunden gemeinsam die richtige Lösung. Unser Hauptangebot ist die Prozessoptimierung.

Welche Trends sehen Sie im Bereich der Instandhaltung außer der Thermografie?

Der Bereich IT ist momentan auch ein Trend. Viele Produktionen sind extrem vernetzt, wodurch der Instandhalter die Chance hat, über ein Warnsystem im Vorfeld zu reagieren. Das Industrial Ethernet hat überall dort Vorteile, wo die effiziente Übertragung großer Datenmengen und der Zugriff mehrerer Teilnehmer auf das Übertragungsmedium erforderlich sind. Wir liefern vom Hutschienenrouter bis zum Ethernet-Drehgeber alle notwendigen Komponenten.

Was bedeutet für Sie intelligente Instandhaltung?

Nach unserem Verständnis ist intelligente Instandhaltung ein vorgreifendes Optimieren. Das unterstützen wir beispielsweise mit der Wärmebildtechnik. Darüber hinaus bedeutet intelligente Instandhaltung, dass sich Systeme im Vorfeld melden und Abnutzungsüberwachung passiert. Im Idealfall wäre dann jede Reparatur planbar und es gäbe keine Ausfallzeiten mehr. Die Wirklichkeit ist manchmal anders, und deshalb steht die Schnelligkeit in unserem Geschäft ganz vornan.

Christian Lelonek ist studierter Betriebswirt und ausgebildeter Einkäufer im Bereich der Elektronikkomponenten-Beschaffung. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung in Leitungsfunktionen der Logistik und dem Aufbau von After-Sales-Prozessen. Seit 2003 hat er sich dem Vertrieb verschrieben. Er verantwortet den Geschäftsleitungsbereich Verkauf, der seit 2010 auch den Bereich Marketing der Distrelec Schuricht GmbH umfasst.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012