Instandhalter entlasten

Management

Versionswerwaltung - Geplante oder ungeplante Stillstände lassen sich schnellstmöglich abarbeiten, wenn für jeden Steuerungsbaustein die jeweils aktuelle Software-Version zur Verfügung steht. Mit der Versionsverwaltung Versiondog von Auvesy sparen Instandhalter jede Menge Zeit.

05. April 2017
Die in Marklkofen produzierten Wechselfilter müssen hohen qualitativen Anforderungen entsprechen.
Bild 1: Instandhalter entlasten (Die in Marklkofen produzierten Wechselfilter müssen hohen qualitativen Anforderungen entsprechen.)

Den Ratschlag »Dokumentation ist ganz wichtig.« geben Anlagenbauer ihren Kunden eigentlich immer mit auf den Weg. Und er wird so oft beherzigt, wie gute Vorsätze durchgehalten werden. Bei Mann + Hummel hat man diesen Rat sozusagen verinnerlicht und setzt am Standort Marklkofen seit über 16 Jahren eine Software zur Versionsverwaltung und Datensicherung ein.

Das Unternehmen ist nicht nur Anwender der ersten Stunde von Versiondog, sondern hatte auch schon dessen Vorgänger im Einsatz. Marklkofen ist in der Mann + Hummel-Gruppe der Standort, an dem Filter für sämtliche Medien im Bereich Auto und Industrie produziert werden. Die Filter gehen größtenteils in das Ersatzteil-, ein geringer Teil in das Erstausrüstergeschäft.

Dafür stehen 200.000 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung. Als größter Standort übernimmt Marklkofen so etwas wie die Leitfunktion in allen Belangen der Produktion, seien es neue Maschinen, Produktionsverfahren oder die Standardisierung von Abläufen.

Klaus Wanninger, verantwortlich für die IT Technik in der elektrischen Instandhaltung bei Mann + Hummel am Standort: »Da sind wir sehr gut aufgestellt.« Immerhin werden erhebliche Summen jedes Jahr in neue Maschinen, Roboter und Peripherie investiert. Produziert wird im Drei-Schichtbetrieb von Montag früh bis einschließlich Samstag. Da sind eine hohe Verfügbarkeit und möglichst kurze Stillstandzeiten die absolute Voraussetzung. Um dies zu realisieren, ist die nahezu komplette Vernetzung der Produktion eine gute Basis.

Gesteuerte Fernwartung

Alle Maschinen sind an ein MES-System angeschlossen, werden komplett überwacht und Störungen aufgezeichnet. Kommt eine neue Maschine, wird eine neue IP-Adresse vergeben, ein Netzwerkkabel gezogen, die Kommunikationsbaugruppe eingebaut und die Maschine läuft im Netzwerk. Gleichzeitig werden Wartungsports geschaffen, an denen sich ein Instandhalter oder auch ein externer Programmierer einloggen, auf das Datenmanagementsystem Versiondog zugreifen und an der Linie programmieren kann. So ist auch die Fernwartung über Versiondog gesteuert und sichergestellt, dass stets mit der aktuellsten Version gearbeitet wird.

Alleine die Zahl der täglichen Backups zeigt, welche Bedeutung das Unternehmen der Datensicherung und Versionsverwaltung beimisst. Von den insgesamt über 1.100 Backups laufen gut 600 täglich, weitere 300 wöchentlich. Die jeweils letzten sieben ›Abzüge‹ werden gespeichert.

Zu den gespeicherten Versionen gehören auch komplette Listen aller eingestellten Parameter, auch Rezepturen genannt. Dadurch wird eine durchgängige Aktualität der Software-Version auf jeder einzelnen, ins Netzwerk eingebundenen Komponente sichergestellt. Das erleichtert Instandhaltungsarbeiten nicht nur, sondern verkürzt sie ungemein – jedenfalls entfällt die Suche nach der passenden Softwareversion.

Darin liegt für Wanninger ein entscheidender Gewinn: »Die Reparaturzeiten sind bei weitem geringer geworden, weil die Systemherstellung nach einem Stillstand viel schneller geht.« Auch bei Mann + Hummel habe es Zeiten gegeben, in denen Instandhalter viel Zeit mit der Suche nach einer aktuellen Software-Version verbracht hätten beziehungsweise es überhaupt keine Backups gab. »Das schnelle Disaster Recovery, das das Versionsverwaltungs- und Datenmanagementsystem Versiondog ermöglicht, ist in der Praxis ein ganz wichtiges Tool«, sagt Wanninger. Gerade weil Bearbeitungsparameter täglich geändert und Verbesserungen vorgenommen werden, ist es so wichtig, jederzeit den aktuellen Stand zu haben.

Es gibt Parameter, die jedoch keinesfalls geändert werden dürfen. Da sich mit Versiondog der Zugriff auf Parameter gezielt beschränken lässt, lassen sich Fehlerquellen hier konsequent ausschließen.

Muss eine Komponente beispielsweise wegen einer defekten CPU ersetzt werden, wird das jeweilige aktuelle Image vom Versiondog-Server auf den Rechner gezogen – fertig. Autorisiert sind für solche Wechsel alle Instandhalter: Sie müssen sich bei jedem ›Eingriff‹ autorisieren, sodass jederzeit nachvollziehbar bleibt, wer wann welche Änderungen vorgenommen hat.

Den geringen Aufwand, die vorgenommenen Änderungen auch im System schriftlich niederzulegen, müssen sie schon betreiben. Jedoch sind keine händisch geführten Excel-Tabellen oder Dokumente mehr notwendig, da entsprechende Änderungskommentare direkt in Versiondog im Projekt eingetragen werden. Und die eingesparte Zeit bei einem Disaster Recovery macht den Aufwand bei weitem wett.

Zeit sparen

Die Instandhaltung arbeitet präventiv strikt nach Plan. »Das lässt Luft für ereignisorientierte Einsätze«, sagt Wanninger. Christian Metz, Key Account Manager Automotive, früher selbst Instandhalter bei einem Tier-1-Zulieferer, und Klaus Wanninger fallen im Gespräch über den Nutzen von Versiondog eine Menge Anekdoten dazu ein, wann sie in der Vergangenheit wie viel Zeit auf der Suche nach der richtigen Version einer SPS-Software verbracht haben.

Damit das System funktioniert und tatsächlich Zeit gespart wird, erfordert es im Alltag der Instandhalter ein paar Vorbereitungen und Disziplin in der Dokumentation. Zu klären – eventuell mit Fachleuten von Auvesy – ist die Struktur des Produktionsnetzwerkes sowie die Rechtevergabe bzw. die Erstellung verschiedener User-Gruppen.

Derzeit wird bei Mann + Hummel auf die neue Version von Versiondog, Release 4.0, umgestellt. »Erfreulicherweise«, wie Klaus Wanninger feststellt, seien auch bei dieser Version wieder Anregungen aus der Praxis eingeflossen. Eine dieser Anregungen war schon in einer Vorgängerversion umgesetzt worden: Mithilfe der Scripting-Schnittstelle lassen sich eigene kleine Sub-Programme in Versiondog einfügen, um etwa beim Sichern oder Auschecken individuelle Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. »Wir haben immer neue Wünsche und Anregungen, schließlich bleibt ja auch die Automatisierung nicht stehen.«

Erschienen in Ausgabe: 01/2017