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Management

Lifecycle-Service - Wartung und Instandhaltung automatisierter Lager- und Fördertechnik gehören zur Pflicht eines jeden Anlagenbetreibers. Es gibt viele gute Gründe, einen Generalunternehmer mit dem Lifecycle-Service von Anlagen zu beauftragen.

28. August 2014

Ein Steuerungselement ist defekt, das Regalbediengerät bremst unvermittelt ab, ein wichtiges Ersatzteil ist nicht verfügbar: Schon minimale Störungen in der Logistik können Auswirkungen auf den gesamten Unternehmensbetrieb haben. Doch wie wichtig ein effektiver Anlagenservice ist und dass dessen Bedeutung weiter steigen wird, um langfristig erfolgreich zu sein, wissen nur die wenigsten. Oftmals fehlen darüber hinaus das eigene Know-how hinsichtlich gesetzlicher Service-Grundlagen und die notwendige Manpower im Unternehmen.

»Herstellerunabhängige Integratoren können als Servicedienstleister in dem Fall leicht die Rolle des professionellen Beraters übernehmen. Denn sie verfügen über ein Rundum-Know-how – von der Herstellung der Lager- und Fördertechniken inklusive deren Steuerungs- und Software-Elemente bis hin zur Wartung, zur Reparatur oder zum Retrofit einzelner Anlagenteile, unabhängig von deren Hersteller. Entsprechend sind sie auch in der Lage, aktuelle verpflichtende Grundlagen zu allen Systemen zu erläutern«, sagt Marc Freerks, Servicemanager bei Egemin Automation. Neben den allgemeinen Betriebs- und Herstellervorschriften ist beispielsweise die Regalprüfung mittlerweile ein Muss.

Das große Ganze im Blick

»Herstellerunabhängige Integratoren haben hinsichtlich der Servicequalität einen klaren Vorteil gegenüber reinen Herstellern: Ein Ansprechpartner mit dem dazugehörigen Fachwissen zu unterschiedlichstem Equipment ermöglicht zum einen eine umfassende Prozessoptimierung an der vorhandenen Installation. Zum anderen ist ein Generalunternehmer auch in der Lage, die Kombination mehrerer Systemkomponenten zu realisieren, das heißt beispielsweise Verpackungsmaschinen, Fördertechnik und Stapler in die Betreuung mit aufzunehmen«, weiß Freerks. Vorteilhaft sind in dem Zusammenhang auch die oft bestehenden Partnerschaften von Generalunternehmern mit Lieferanten.

Daraus resultiert nicht nur ein breites Wissen über das gesamte Spektrum automatisierter Lager- und Fördertechniken seitens der Servicemitarbeiter, sondern birgt auch in den meisten Fällen Einsparungspotenzial durch die Reduzierung der eingebundenen Gewerke. »Wir bei Egemin handhaben es außerdem so, dass wir für unsere Servicekunden nicht nur ein Ansprechpartner für alle integrierten Anlagen sind: Wir übernehmen auch die bestehenden Kontrakte der Lieferanten und koordinieren im Rahmen des Asset Managements, wenn gewünscht, auch alle Dienstleistungen, die nicht direkt die Anlagen betreffen, wie etwa die Kälte- oder Verladetechnik sowie Mitarbeiterschulungen«, erklärt Freerks. Das Unternehmen kann sich so auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und alle logistischen Randbereiche komplett auslagern.

Als außenstehender Betrachter ist es für einen Generalunternehmer zudem ein Leichtes, bei Fremdanlagen schnell Optimierungspotenziale zu erkennen. »Schon bei der ersten Analyse, bei der festgestellt wird, wo Optimierungsansätze zu erwarten sind, lassen sich erste Empfehlungen hinsichtlich ganzheitlicher Prozessoptimierungen vornehmen«, weiß Marc Freerks. »Ein Generalunternehmer kennt die verschiedenen Automatisierungskomponenten, weiß über deren perfektes Zusammenspiel Bescheid und kann neben eventuellen Anpassungsarbeiten auch gleich den Materialfluss optimieren.«

Durchgängiges Wartungskonzept

Neben einer ausführlichen Analyse und der Detailuntersuchung folgen nach der ersten Inspektion deshalb immer ein durchgängiges Wartungskonzept und gegebenenfalls Vorschläge zur ganzheitlichen Prozessoptimierung. Aufgrund der Vorerfahrung ist ein Generalunternehmer wie Egemin auch in der Lage, branchenspezifische Risiken abzuschätzen.

»Wir starten immer mit einem gewissen Erfahrungswert und sehen das System als ganzheitliche Einheit. So wissen wir beispielsweise, dass in einer Käserei die Böden immer feucht oder dass in einer Pharmaproduktion die Anlagen sehr rein sind. Beides hat zum einen Auswirkungen auf das zeitliche Intervall regelmäßiger präventiver Wartungen und zum anderen auch auf die Kriterien der Prozessoptimierung selbst«, so Marc Freerks weiter. »Hier besteht ein klarer Vorteil gegenüber einem klassischen Serviceprovider, da wir über ein breites Branchenwissen verfügen.« Ein herstellerunabhängiger Serviceexperte ist dabei in der Lage, die benötigten Ersatz- und Verschleißteile durch alternative Lieferanten in mindestens derselben Qualität wie der Originalhersteller zur Verfügung zu stellen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014