Handling automatisiert

Modernisierung -Innerhalb von nur drei Wochen hat Kabelschlepp die bestehende Anlage für das Handling von Spänen und Schneidöl bei Voswinkel modernisiert. Während der Großteil an Spänen über verkettete Förderer in einen zentralen Container gefördert wird, sammelt sich in einem Kratzerförderer zunächst das verschmutzte Schneidöl.

05. April 2019
Handling automatisiert
Die Bandfilteranlage mit Reintank und integrierten Pumpensystemen wird vollautomatisch und zentral gesteuert. (Quelle: Tsubaki Kabelschlepp)

In zwei Werkshallen der Voswinkel GmbH im nordrhein-westfälischen Meinerzhagen produzieren derzeit 33 Drehautomaten Komponenten für Hydraulik-Armaturen, Kupplungen und Rohrsysteme. Dabei fallen große Mengen von Spänen und Schneidöl an. Wichtig ist, dass die Späne zentral abtransportiert werden und das Schneidöl gereinigt den Drehautomaten wieder zugeführt werden kann. Die damit verbundenen Prozesse wurden bis dato teilweise noch manuell umgesetzt und gesteuert, was bei einer Anlage dieser Größe mit einem extremen Aufwand verbunden war.

Die Voswinkel GmbH – ein führender Hersteller im Bereich von Hydraulik-Kupplungen und Armaturen sowie kundenspezifischen Rohrleitungen – startete zusammen mit der Kabelschlepp GmbH Hünsborn ein Modernisierungsprojekt im großen Maßstab, aber in einem kleinen Zeitfenster: Innerhalb von nur drei Wochen wurde die bestehende Anlage für das Handling von Spänen und Schneidöl komplett modernisiert, automatisiert und alle Gewerke – egal ob alt oder neu – über eine neue zentrale Steuerung vernetzt.

»Die Bestandsanlage wurde innerhalb von nur zwei Tagen demontiert, anschließend starteten wir mit dem Aufbau der Neuanlage«, erinnert sich Projektleiter Markus Otto von der Kabelschlepp GmbH Hünsborn. »Nach knapp drei Wochen war Voswinkel wieder produktionsfähig.«

Aus alt wird neu

Um eine möglichst reibungslose Umsetzung der Arbeiten zu gewährleisten, wurde das Projekt von langer Hand geplant – und zwar in enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und -nehmer. Dabei galt es im ersten Schritt, zu definieren, inwieweit die Bestandsanlage ausgetauscht werden musste. »Wir wollten nicht einfach alles komplett erneuern, sondern das alte System behutsam an die neuen Bedürfnisse anpassen. Der Aufwand sollte möglichst gering bleiben«, erläutert Thomas Stein, Industrial Engineer bei der Voswinkel GmbH.

»Im Gegensatz zu Mitbewerbern hatte Kabelschlepp dieses Briefing verstanden und bereits in der Ausschreibungsphase gute und pragmatische Vorschläge gemacht.« Diese Tatsache gab dann auch den Ausschlag, das Projekt an Kabelschlepp zu vergeben. »Mit Förderern aus dem Hause Kabelschlepp hatten wir gute Erfahrungen gemacht und waren zuversichtlich, dass Kabelschlepp uns auch im Anlagenbau gut unterstützen kann«, so Thomas Stein. »Wichtig war uns dabei, dass wir alles aus einer Hand erhielten – auch die Koordination mit weiteren Zulieferern sollte komplett über Kabelschlepp erfolgen.« Neben mehreren neuen Förderern entschied Voswinkel sich, auch in eine neue Bandfilteranlage zu investieren.

Abtransport von Spänen

Während der Großteil an Spänen über verkettete Förderer in einen zentralen Container gefördert wird, sammelt sich in einem Kratzerförderer zunächst das verschmutzte Schneidöl. »Dieser Kratzerförderer ist hier ein zentrales Bindeglied im Gesamtkonzept, er läuft getaktet, um eine Sedimentation zu gewährleisten und möglichst wenig Schneidöl beim Fördern zu verschleppen. Zudem wird das Schneidöl hier vorfiltriert und über eine integrierte Hebestation zur zentralen Bandfilteranlage gepumpt, wo wir einen Reinheitsgrad von 25 Mikrometern und eine Durchsatzleistung von rund 250 Litern pro Minute erreichen«, erläutert Markus Otto.

Sämtliche Späne werden im Entsorgungskonzept zusätzlich über eine Zentrifuge geführt, wo sie weitestgehend von anhaftendem Öl befreit werden. Die zentrifugierten Späne werden dann in die entsprechenden Späne-Container gefördert. Die geringe Restfeuchte hat unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten deutliche Vorteile bei der Weiterverwertung.

Die Versorgung von derzeit 33 Maschinen erfolgt von einem Vorratstank aus über eine Ringleitung, die druckabhängig die angeforderte Schneidölmenge an jeder einzelnen Maschine zur Verfügung stellt. Bei Absinken des voreingestellten Druckniveaus – beispielsweise durch die erhöhte Schneidöl-Anforderung einer Maschine – wird die Fördermenge angepasst. Der gesamte Prozess wird zentral über die neu gelieferte Steuerung geregelt und läuft vollautomatisch ab.

Effiziente Anlage

Die geschilderten Punkte sind nur beispielhaft für die voll automatisierten, zentral gesteuerten Prozesse, die für Voswinkel in der Summe den wesentlichen Vorteil der neuen Anlage darstellen. »Der zeitliche Aufwand für den Betrieb und die Wartung der Anlage hat sich wesentlich verringert, seitdem wir alle Bestandteile über das zentrale Terminal überwachen und steuern können«, schildert Thomas Stein. »Ein konkretes Beispiel: Wir müssen keine Deckel mehr aufmachen, um Füllstände zu kontrollieren. Allein diese Tatsache hat unseren Alltag wesentlich erleichtert.«

Die Erwartungen des Industrial Engineer an die neue Anlage haben sich durchgehend erfüllt. Thomas Stein ist beeindruckt, wie reibungslos das Modernisierungs-Projekt abgelaufen ist: »Der Zeitplan wurde sehr gut eingehalten, obwohl sich während des Umbaus Planänderungen ergaben beziehungsweise ad hoc Lösungen für kleinere, nicht vorhersehbare Probleme gefunden werden mussten. Kabelschlepp hat hier stets flexibel reagiert und uns pünktlich eine schlüsselfertige Anlage übergeben, mit der wir nach wie vor sehr zufrieden sind.«

Erschienen in Ausgabe: 01/2019
Seite: 12 bis 13