Retooling

Experten für schwierige Fälle

Wema Vogtland zählt zu den Marktführern bei der Instandhaltung von Werkzeugmaschinen und kennt sich wie kein Zweiter mit Überholung, Retooling und Retrofit aus.

11. September 2018
Die Klassiker, die Wema Vogtland austauscht, sind alle sich bewegenden Teile in einer Maschine. Quelle: Wema Vogtland
Die Klassiker, die Wema Vogtland austauscht, sind alle sich bewegenden Teile in einer Maschine. (Quelle: Wema Vogtland)

Früher war die Wema Vogtland Technology GmbH ein Hersteller von Werkzeugmaschinen für die Automobilindustrie. Seit 2009 gehört das Plauener Unternehmen zur Global Retool Group und konzentriert sich seither auf Service, Umbauten und Retooling von Maschinen und Anlagen. Neben einer sehr gut ausgebildeten, flexiblen und großen Monteursmannschaft ist auch die Abteilung Konstruktion in den Bereichen Mechanik, Elektrik, Software und Fluide hervorragend aufgestellt. Speziell, wenn es um die Überholung von Maschinen geht, deren Hersteller den Markt verlassen haben. Auch kommt die Konstruktion immer zum Zug, wenn es um neue Prozesse bei der Umrüstung von bestehenden Anlagen geht. Eine Kollisionsbetrachtung ist durchzuführen, neue Spannvorrichtungen, neue Werkzeuge und neue Programme sind zu gestalten.

Neue Geschäftsfelder erschlossen

Mit dem Service von Werkzeugmaschinen anderer Hersteller hat sich Wema Vogtland neue Geschäftsfelder erschlossen. Die machen inzwischen rund zwei Drittel der Aufträge aus. Lutz Abel, Produktbereichsleiter bei Wema Vogtland, erklärt: »Oft suchen Kunden bei uns Rat, wenn sie Maschinen überholen lassen wollen von Herstellern, die es inzwischen nicht mehr gibt.« »Die große Herausforderung bei diesen Projekten an sogenannten Fremdmaschinen ist nicht der Retrofit an sich. Schwierig sind die Bewertung des Maschinenzustandes und die zu erwartende Probleme im Vorfeld, da es zu den Maschinen und ihren Teilen oft nur dürftige Dokumentationen gibt. Hier zeigt sich die jahrzehntelange Erfahrung der Wema Vogtland, die auch die Kunden zu schätzen wissen«, hebt Abel hervor.

»Darüber hinaus gibt es innerhalb unserer Unternehmensgruppe eigene Fertigungsstandorte, die die Neuanfertigung fehlender Teile übernehmen können«, fügt Abel hinzu.

In Zeiten, in denen Firmen vorsichtig investieren, weil unklar ist, in welche Richtung sich die Automobilindustrie weiterentwickelt, lassen sie lieber Maschinenleben bestehender Anlagen mithilfe der Global Retool Group verlängern. Abel zieht dazu einen plakativen Vergleich heran: »Man muss sich auch nicht gleich ein neues Auto kaufen, weil die Bremsen quietschen.«

Nach einer Ist-Stand-Analyse gibt Wema Vogtland Empfehlungen ab, welche Teile ausgetauscht und erneuert werden sollen. Besonders gefordert werden die Experten von Wema Vogtland, wenn die Maschinendokumentation zu unzulänglich ist und Ersatzteile benötigt werden. Bei einem Automobilzulieferer rüstet Wema Vogtland jetzt Werkzeugidentifikationssysteme auf mehreren Bearbeitungszentren nach und integriert sie in die Steuerung. Zuvor hatte es häufig Probleme mit Crashs gegeben. Eine gründliche Analyse der Maschinendaten ergab, dass überwiegend Bedienfehler beziehungsweise fehlerhafte, manuelle Eingaben der Werkzeugdaten dafür verantwortlich waren. Laut Abel werden die Werkzeugidentifikationssysteme die Störanfälligkeit der Maschinen künftig um rund 40 Prozent reduzieren.

Kompletter Steuerungsumbau

Bei einem anderen Kunden hat Wema Vogtland einen kompletten Steuerungsumbau an einer Werkzeugmaschine umgesetzt. »Der Kunde wollte von einer alten italienischen Maschinensteuerung auf eine moderne deutsche Steuerung umstellen – mit allen Konsequenzen.« Die Wema-Experten installierten entsprechend neue Antriebe, neue Kabel und einen neuen Schaltschrank sowie die komplette Software an der dann überholten Maschine. »Wir haben die PLC, die SPS und die CNC-Zyklen nachprogrammiert. Das sind Aufgaben, die ein OEM nicht so gerne übernimmt.«

»Den mit Abstand größten Anteil machen spanabhebende Werkzeugmaschinen aus, von klein bis ganz groß, wobei wir zukünftig verstärkt den Retrofit von Großmaschinen und den Umbau von Montageanlagen anbieten möchten«, verdeutlicht Abel. Bei kleinen Maschinen sei jeweils zu entscheiden, ob ein Retrofit wirtschaftlich sinnvoll ist oder besser eine neue Maschine angeschafft werden sollte.

Service- und Ersatzteilgeschäft

Ein weiteres wichtiges Standbein ist das Service- und Ersatzteilgeschäft für die gelieferten Wema-Vogtland-Maschinen. Allerdings wird es hier auf absehbare Zeit ein natürliches Ende dieses Geschäftsfelds geben. Deshalb werden verstärkt auch Ersatzteile für alle europäischen Maschinenfabrikate angeboten. Der Slogan »Profitieren Sie von unseren Einkaufsrabatten« richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Firmen, die bei den großen Herstellern von Steuerungs- und Maschinenbauelementen zu Listenpreisen einkaufen müssen.

Aufgrund der starken Beanspruchung gibt es bei Werkzeugmaschinen ganz natürlichen Verschleiß. »Jedes Verschleißteil einer Maschine können wir theoretisch ersetzen. Aufgrund des Produktionsdrucks haben die Maschinen eine hohe Dynamik, was zwangsläufig mit einem hohen Verschleiß einhergeht«, sagt Abel.

Die Klassiker, die Wema Vogtland austauscht, sind alle sich bewegenden Teile in einer Maschine: Lager, Führungsschienen, Werkzeugwechsler. »Wir haben sogar schon komplette Werkzeugwechsler aus eigener Konstruktion gebaut, um eine kostengünstige Alternative zu bieten«, verdeutlicht Abel. Ein Trumpf von Wema Vogtland sind die erfahrenen Mitarbeiter, die mit ihrem fundierten Wissen den jeweiligen Auftrag richtig einschätzen können. »Wir scheuen uns nicht vor Sonderlösungen.«

Auch als Partner für neue Sonderlösungen ist Wema Vogtland gefragt. Es kommt immer wieder vor, dass ein Kunde beim Umbau einer Fertigungslinie für bestimmte Operationen zusätzlich eine Sondermaschine benötigt. In solchen Fällen ist die Wema Vogtland in der Lage, Umbau und Sondermaschine aus einer Hand zu liefern.

Unternehmen, die ihre Maschineninstandhaltung aus verschiedensten Gründen auslagern möchten, bietet Wema Vogtland Instandhaltungsverträge und ganze Werksinstandhaltungen mit ständigen Servicemitarbeitern an.

Erschienen in Ausgabe: 02/2018