Gerade die aktuelle wirtschaftliche Situation bedeutet eine Gelegenheit zur Bewertung und Optimierung der wichtigsten Abläufe der Ersatzteilbestandsverwaltung. Eine längerfristige Stabilisierung der Service-Lieferkette herzustellen, erfordert Aktualisierungen der Ersatzteilbedarfsplanung, eine weitere Optimierung des IT-Netzwerks sowie die Suche nach neuen Lieferanten und deren beschleunigte Qualifizierung.

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OEMs sind auf die Produktion ihrer Zulieferer angewiesen. Da diese aktuell hakt, weichen viele Unternehmen darauf aus, Ersatzteile bei anderen, alternativen Händlern zu bestellen. Doch auch die Pünktlichkeit ihrer Lieferungen steht in Frage. OEMs sollten nun auf sich schauen und – wenn noch nicht geschehen – Präventionsmaßnahmen für zukünftige Krisensituationen etablieren. Dazu gehört allen voran eine Optimierung des Lagerbestandsmanagements, um den temporären wirtschaftlichen Abschwung so unbeschadet wie möglich bewältigen zu können. In einer Phase, in der OEMs von einem Rückgang des produktbezogenen Umsatzes ausgehen können, sollten der Kundendienst und die Ersatzteilversorgung vollständig optimiert werden. So können Industrieunternehmen sicherstellen, dass sie über die richtigen Technologien und Strategien verfügen, um Serviceunterbrechungen nachhaltig zu minimieren.

Investieren in der Krise?

Unternehmen in produktionsgefährdenden Krisen stehen unter Druck, ihre Liquidität mit kostensenkenden Maßnahmen zu erhalten. Nichtsdestotrotz können aktuell auch Wachstumschancen verpasst werden. Kostensenkungen und Investitionen sollten sich die Waage halten. In früheren Krisensituationen haben sich OEMs daher meist dem profitablen Servicegeschäft zugewandt, um rückläufigen Produkteinnahmen und Margen entgegenzuwirken.

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Durch den zeitweiligen Stillstand der Anlagen müssen die Produktionsmaschinen auch während der Pandemie gewartet und überholt werden, bevor Unternehmen sie wieder in Betrieb nehmen können. Kommt es zu einer erhöhten Nachfrage nach Service und Ersatzteilen wird die Servicelieferketten vieler Unternehmen zusätzlich belastet. Die OEMs müssen sicherstellen, dass der Ersatzteilbestand zeitlich und räumlich so verfügbar ist, dass Reparaturen in den relevanten Bereichen schnell und effektiv durchgeführt werden können. Das bedeutet: Auch in der Krise sollten OEMs investieren, und zwar in Bestandsmanagement-Technologien, die dazu beitragen, den finanziellen Handlungsspielraum langfristig zu erweitern.

Mit Analysetools die richtigen Schlüsse ziehen

Doch unabhängig davon, ob die Produktion eines OEMs zurzeit gestoppt ist oder wieder aufgenommen wurde: Eine große Unsicherheit besteht in der schwankenden Kundennachfrage, die sich nur zaghaft erholt. Auch hier bietet ein intelligentes Ersatzteilmanagement die Grundlage, aus der Situation die richtigen Schlüsse zu ziehen. Auf Basis bedarfsbezogener Daten wie Versandhistorie, Maschinen- und Sensordaten und Teile-Ersetzungsketten können vergangene Ereignisse analysiert werden. Verbunden mit statistischen Algorithmen lassen sich Empfehlungen für zukünftige Strategien ableiten, zum Beispiel in Bezug auf den Lebenszyklus von Ersatzteilen oder die Gründe für eine gesunkene Nachfrage. Werden diese Erkenntnisse auf das Bestandsmanagement übertragen, können die optimale Menge sowie die idealen Lagerorte der Ersatzteile bestimmt werden.

Im Ergebnis sind OEMs nun in der Lage, den Sicherheitsbestand zu reduzieren, ebenso wie veraltete Bestände und die internen Transportkosten. Der gesamte Planungsprozess ist nun vereinfacht. Das schafft Kapazitäten für potenzielle Reparaturen und bildet eine Grundlage für die Erfüllung von Kundenerwartungen sowie langfristig planbaren Umsatz. OEMs sind mit einem intelligenten Bestandsmanagement unabhängiger von der Verfügbarkeit der Ersatzteile über ihre Zuliefererketten. Sie befinden sich nun auch in Krisenzeiten in der Lage, Produktionsstopps mit der richtigen Lagerplanung zu vermeiden.