Dokumentieren mit System

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RFID - Mit Hilfe des RUD-ID-Systems von RUD Ketten kann der traditionsreiche Duisburger Logistik-Dienstleister Haeger & Schmidt International (gegründet 1887) einen großen Teil seiner prüfungsrelevanten Einrichtungen im Rahmen der Instandhaltung besser verfolgen.

24. März 2015
In Duisburg hat sich Haeger & Schmidt International vor allem auf den Umschlag von Stahlprodukten spezialisiert. Das Spektrum reicht von Coils mit Stahlblechen oder Walzdrähten bis zu Stahlträgern und Rohren. Pro Schicht sind es bis zu 60 LKW, die ihre Ladungen auf der Stahlinsel abliefern oder abholen.
Bild 1: Dokumentieren mit System (In Duisburg hat sich Haeger & Schmidt International vor allem auf den Umschlag von Stahlprodukten spezialisiert. Das Spektrum reicht von Coils mit Stahlblechen oder Walzdrähten bis zu Stahlträgern und Rohren. Pro Schicht sind es bis zu 60 LKW, die ihre Ladungen auf der Stahlinsel abliefern oder abholen.)

Haeger & Schmidt International unterhält eine umfangreiche Flotte von eigenen und gecharterten Binnenschiffen, die in den Firmenfarben Blau und Rot unterwegs sind. Seit Herbst 2014 besteht darüber hinaus eine Kooperation mit der norwegischen Reederei Wilson. Unter dem Namen HSW Logistics werden Short-Sea-Verkehre mit Küstenmotorschiffen zwischen vielen Häfen des Rheins und den Küsten der Nord- und Ostsee betrieben.

In Duisburg hat sich Haeger & Schmidt International vor allem auf den Umschlag von Stahlprodukten spezialisiert. Das Spektrum reicht dabei von Coils mit Stahlblechen oder Walzdrähten bis hin zu Stahlträgern und Rohren in diversen Größen und Ausführungen. Pro Schicht sind es bis zu 60 LKW, die in einer der beiden modernen Hallen oder am Freilager ihre Ladungen auf der Stahlinsel abliefern oder abholen. Das Umschlags- und Lagerareal im Duisburger Hafen umfasst 8000 Quadratmeter Hallenlagerfläche und 13500 Quadratmeter Freilagerfläche, die durch eine Kailänge von 400 Metern ergänzt werden. Insgesamt sind hier rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, die mit Hilfe großer Brückenkrane ihre Aufgabe erfüllen.

Güterumschlag von Stahlprodukten

Die Stahlprodukte werden dort zum Beispiel auf Binnenschiffe oder Küstenmotorschiffe verladen und über den Rhein je nach Kundenauftrag in Containern oder als Stückgut transportiert. In den Umschlaghallen von Haeger & Schmidt International werden auch Übersee-Container mit Stahlprodukten beladen und auf den Linienschiffen von H&S Container Line in Seehäfen wie Rotterdam und Antwerpen transportiert.

Sicherheit spielt beim Güterumschlag eine entscheidende Rolle. Regelmäßige Prüfungen und eine umfassende Dokumentation, wie sie das RUD-ID-System bietet, sorgen für sichere und reibungslose Abläufe.

»Während die Halle 1 auf Coil-Umschlag und Containerstuffing ausgerichtet ist, dient die Halle 2 der Lagerung von Rohren sowie deren Stuffing in Containern«, erläutert Thomas Meyer, Betriebsleiter Umschlag/Lager bei Haeger & Schmidt International. Während Stahlprodukte mit empfindlichen Oberflächen behutsam mit textilen Hebebändern umgeladen werden, sind für das Ab- und Aufladen der Container Anschlagketten oft die richtige Wahl. Haeger & Schmidt International nutzt hierfür vielfach Anschlagmittel von RUD Ketten und setzt damit auf Qualität ›Made in Germany‹.

Service-Partner vor Ort

Die RUD-Vertretung Evers aus dem benachbarten Oberhausen betreut Haeger & Schmidt International vor Ort. »Der Name Evers geht zwar auf den Firmengründer zurück, steht aber heute auch als Abkürzung für Endverpackung, Etikettier- und Rationalisierungssysteme«, umreißt der langjährige Evers-Geschäftsführer Johannes Trum, inzwischen Vorsitzender des Beirats.

Evers hat die Anschlagketten von RUD als Meterware am Lager und konfektioniert diese individuell für die jeweilige Anwendung des Kunden. »Ein wichtiges Gerät ist dabei der Kettenknacker, mit dem die einzelnen Kettenglieder an der entsprechenden Stelle durchgeschnitten werden«, erklärt Martin Reimann, Handlungsbevollmächtigter Anwendungs- und Kaufberatung Verpackungstechnik bei Evers. Anschließend werden die Kettenstränge nach Kundenvorgabe zusammengebaut und mit Aufhängekopf und den entsprechenden Haken versehen.

Jens Christiansen, Vertriebsleiter Deutschland bei RUD Ketten, legt bei seinen Vertriebspartnern großen Wert auf hohe technische Kompetenz, eine ordentliche Bevorratung und eine kundenspezifische Konfektion: »Es gibt bei RUD keine zwei gleichen Kettengehänge, die Lösungen sind sehr individuell für den jeweiligen Endkunden gefertigt. Unser intensiver Austausch mit den Stützpunkt-Händlern vor Ort garantiert den Kunden schnellstmögliche Unterstützung«, so Christiansen.

Prüfungsrelevante Einrichtungen

Im vergangenen Jahr hat Haeger & Schmidt International das RUD-ID-System eingeführt. Für Evers war das Logistik-Unternehmen damit ein Pilotkunde. Thorsten Koch, Prokurist Administration bei Haeger & Schmidt International, erklärt die Beweggründe: »Wir arbeiten schon seit vielen Jahre mit Evers zusammen und haben im vergangen Jahr die Entscheidung getroffen, das RUD-ID-System einzuführen. Damit können wir im Rahmen der Instandhaltung einen großen Teil unserer prüfungsrelevanten Einrichtungen besser verfolgen. Rechtssicherheit wird immer wichtiger. Wir müssen sicherstellen und dokumentieren, dass wir alles tun, um den gültigen Rechtsnormen zu entsprechen.«

Das System ist keine Individual-Software, sondern auf einen breiten Kundenkreis ausgerichtet. »Somit konnten wir zwar keine Anpassungen vornehmen wie bei einer eigenen Software, stellten aber fest, dass das System alle Möglichkeiten bot, die wir von einer solchen Software erwarten«, verdeutlicht Thorsten Koch. »Zunächst wird ein Master angelegt, darunter werden alle Einzelteile subsumiert. Dazu werden dann ein Prüfplan und weitere Dokumente sortiert. Das ist ein hervorragendes Tool für den täglichen Umgang mit Prüfungen und Terminüberwachung«, umreißt Koch die Arbeitsschritte beim RUD-ID-System.

Begonnen wurde die Umstellung auf das neue System bei den Anschlagmitteln im Zuge von Kettenrissprüfungen, die bei Haeger & Schmidt International alle zwölf Monate stattfinden. »Im Rahmen einer Erstaufnahme haben wir die Ketten mit kleinen pinkfarbenen Transpondern, den sogenannten RUD-ID-Points, ausgestattet«, erklärt Koch. Jens Christiansen verdeutlicht: »Der Transponder muss all das überstehen, was die Kette und das Lastaufnahmemittel aushalten müssen. Dies betrifft zum Beispiel Witterungseinflüsse wie Hitze oder Kälte sowie Verschmutzungen.«

Nach schlechten Erfahrungen mit einem kanadischen Hersteller lässt RUD die Transponder heute von einem deutschen Unternehmen fertigen. »Unsere Tests vor der Auslieferung haben gezeigt, dass die Ausschussquote jetzt unter 0,3 Prozent liegt«, unterstreicht Jens Christiansen den hohen Qualitätsanspruch bei RUD Ketten. Die Transponder enthalten einen Identifizierungscode, mit dem sich das Anschlagmittel eindeutig dem zugehörigen Eintrag in der Datenbank zuordnen lässt. Mit einem RFID-Lesegerät, das mit USB-Anschluss oder auch über eine Bluetooth-Verbindung arbeitet, lässt sich die einmalige RUD-ID-Point-Identifikationsnummer auslesen. Das Gerät zeigt diese Nummer dann auf dem integrierten LCD an. Für ggf. notwendigen Support und die Optimierung der komplett eigenständig entwickelten Lösung ist der RUD-IT-Support zuständig.

Obwohl sich nach Angabe von RUD die kleinen Transponder in die Anschlagmittel einbohren lassen, hat Haeger & Schmidt International auf diese Lösung verzichtet. »Es war uns zu heikel, in Anschlagmittel Löcher zu bohren – auch wenn sie auf den ersten Blick nur klein sind. Stattdessen haben wir uns für zusätzliche Anhänger mit integrierten Transpondern entschieden«, so Thorsten Koch.

RUD-ID-System erleichtert die Prüfung

Je nach Einsatzbereich und Belastung sind jeweils unterschiedliche Transponder die richtige Wahl. Die RUD-ID-Display-Check-Lesegeräte sind nicht nur kompatibel mit den RUD-ID-Points, sondern auch mit anderen gängigen Hochfrequenz-Transpondern/Chips (ISO 15693). Diesen Vorteil nutzt Haeger & Schmidt International beispielsweise bei Schwimmwesten. Hier kommen Kabelbinder mit Transpondern zum Einsatz. Für die Ketten von RUD erarbeiten die Evers-Mitarbeiter ständig optimierte Lösungen von Transponder-Anhängern.

»Bei der Prüfung ergibt sich durch das RUD-ID-System für uns einer enorme Erleichterung«, freut sich Thorsten Koch. Mit Hilfe einer Gesamtliste aller prüfungsrelevanten Einrichtungen werden bei Haeger & Schmidt International sukzessive die Daten für alle beweglichen und mit Transpondern auszustattenden Teile in der elektronischen Datenbank RUD-ID-Net hinterlegt. Haeger & Schmidt International verfügt heute über mehrere Standorte, die Unternehmensorganisation lässt sich auch im RUD-ID-System abbilden. »Wir werden Schritt für Schritt die Standorte, an denen wir die Geräte mit Transpondern ausgerüstet haben, im System erfassen«, erklärt Koch. Dies kann zum Beispiel ein Binnenschiff sein oder auch die Niederlassung in Andernach. »Daraus ergibt sich später nicht nur eine genaue Planungsgrundlage für die Fälligkeiten für die Prüfungen, sondern auch eine gute Bestandsübersicht«, fasst Thorsten Koch den doppelten Nutzen für Haeger & Schmidt International zusammen. Hält der Verlademeister oder der Instandhaltungsmitarbeiter das mobile Lesegerät an den RFID-Chip, kann er jederzeit den aktuellen Zustand der Ketten abfragen. Die im RUD-ID-System gespeicherten Daten geben ihm dann Auskunft darüber, ob beziehungsweise wann die Kette geprüft wurde und ob er sie einsetzen darf. »Wir können hier mit dem Lesegerät auf dem gesamten Gelände offline die Prüfungen vornehmen, ohne eine WLAN-Infrastruktur aufrechterhalten zu müssen, da die Synchronisierung der Daten später über eine Bluetooth-Verbindung am Tablet-PC erfolgt«, verdeutlich Thorsten Koch die einfache Handhabung.

Während die Transponder bereits jetzt ›Made in Germany‹ sind, wird auch die nächste Generation der Lesegeräte aus deutscher Produktion kommen. Sie wird nach Angaben von RUD noch in diesem Jahr verfügbar sein und wird noch mehr Bedienkomfort und einen Zwischenspeicher haben. Haeger & Schmidt International ist schon gespannt darauf, welche weiteren Ausstattungsmerkmale die neuen Lesegeräte haben werden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2015