Dienstleistungsspezialist seit 50 Jahren

Eimer, Schrubber, 50 Deutsche Mark und eine geschenkte Schreibmaschine: Mit dieser Geschäftsausstattung legte Claus Wisser am 15. März 1965 den Grundstein für einen der führenden Dienstleistungsanbieter in Deutschland – die Wisag. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 50.000 Mitarbeiter und das Serviceangebot beschränkt sich längst nicht mehr auf die Reinigung von Bürogebäuden.

17. März 2015

Zur Finanzierung seines Studiums griff Claus Wisser vor 50 Jahren zum Schrubber. Seine Idee: Wenn er abends oder früh morgens Büros reinigen würde, bliebe ihm tagsüber Zeit für sein BWL-Studium. Zunächst hatte der Jungunternehmer nur einen Reinigungsauftrag, doch mit Einfallsreichtum und Hartnäckigkeit akquirierte er weitere: Nach nur einem Jahr hatte er 20 Angestellte, die im ganzen Rhein-Main-Gebiet Kunden betreuten. Sein Studium hatte Claus Wisser inzwischen aufgegeben und widmete sich stattdessen dem Meisterbrief im Gebäudereinigerhandwerk.

Vom Ein-Mann-Unternehmen zum Multidienstleister

Der Geschäftsmann blieb auf Erfolgskurs. Eine Idee, die er aus den USA mitgebracht hatte, übertrug er in den 1970er-Jahren visionär nach Deutschland: gebündelte Dienstleistungen rund um das Gebäude aus einer Hand – heute bekannt als Facility Management. Dazu baute Claus Wisser nach und nach das Portfolio seiner Firmen aus. 1990 boten sie alle infrastrukturellen und technischen Dienstleistungen, die für den Betrieb einer Immobilie nötig sind, an, zum Beispiel Gebäudereinigung, Bewachung und Sicherheit, Haus- und Betriebstechnik, Garten- und Landschaftspflege oder Catering.

Zur Stärkung des Dienstleistungsangebotes im technischen Facility Management und im Industriebereich erfolgten ab 2004 verschiedene Zukäufe von Unternehmen wie die der Thyssen Krupp HiServ, der ABB Gebäudetechnik oder der Thyssen Krupp Industrieservice, die erfolgreich in die Wisag integriert wurden.

Bereits seit 1982 war Claus Wisser mit der Innenreinigung von Flugzeugen betraut. Mit dem Kauf des Airportdienstleisters Globe Ground Berlin legte die WISAG 2008 dann den Grundstein für die Erschließung eines neuen Tätigkeitsfeldes: der Bodenverkehrsdienstleistungen. Unter diesem Begriff werden Abfertigungsarbeiten auf dem Vorfeld, wie beispielsweise das Be- und Entladen von Flugzeugen, der Push-back – das Schleppen der Flugzeuge – oder das Enteisen, zusammengefasst.

Kompetenz in drei Geschäftsbereichen

Der Ausbau der Kompetenzen und die damit verbundene Erschließung neuer Märkte machten Veränderungen nötig. Um für Kunden und Interessenten übersichtlicher zu sein und besser auf branchentypische Kundenanforderungen eingehen zu können, passte das Unternehmen 2010 seine Struktur an. Seitdem bündeln die gleichgestellten Geschäftsbereiche Wisag Aviation Service, Wisag Facility Service und Wisag Industrie Service die Dienstleistungen für die Marktsektoren Gewerbe-, Infrastruktur- und Wohnimmobilien, Industrie sowie Flughäfen und Fluggesellschaften.

Familienunternehmen aus Überzeugung

Bis heute ist die Wisag ein mittelständisch geprägtes und werteorientiertes Familienunternehmen. Michael C. Wisser, der Sohn des Firmengründers, stieg 2001 ins elterliche Unternehmen ein und wurde 2007 zum Vorstand berufen. Claus Wisser begleitet die Wisag heute als Vorsitzender des Aufsichtsrats und steht dem Unternehmen beratend zur Seite.

50 Jahre – und weiter?

„Für die Zukunft ist die Wisag gut aufgestellt“, sagt Michael C. Wisser. „Die Geschäftsbereiche Facility Service und Industrie Service gehören jeweils zu den führenden Dienstleistern ihrer Branchen. Mit ihren Leistungsportfolios sind beide Unternehmen auf die Herausforderungen in ihren Märkten gut vorbereitet, verfolgen aber unterschiedliche Strategien, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Mit der Wisag Facility Service wollen wir künftig vor allem in der Fläche wachsen, also außerhalb der Ballungsgebiete, und mit mittelständischen Kunden Die WISAG Industrie Service treibt den branchenübergreifenden Ausbau intelligenter Instandhaltungs- und Logistiklösungen voran. Außerdem stehen die Weiterentwicklung anspruchsvoller Projekte, zum Beispiel im Bereich energieeffiziente Automatisierungs- und Elektrotechnik, oder die Planung und Realisierung von Reinräumen im Fokus. Die Wisag Aviation Service hingegen wird den Ausbau ihrer Aktivitäten an den Flughäfen Köln, Hamburg und Berlin vorantreiben. Darüber hinaus wollen wir bei der Ausschreibung weiterer Bodenabfertigungslizenzen in Deutschland – und künftig auch im Ausland – kräftig mitmischen.“ Gute Aussichten also – auch für die nächsten 50 Jahre.