Den Service optimieren

Management

Servicemanagement - Die USU Software AG ist ein Spezialist für IT-Servicemanagement und gibt Tipps, wie Fertigungsunternehmen Remote-Daten automatisiert auswerten und damit ihr Serviceangebot auf eine neue Stufe heben können.

05. April 2017
Mehr Verantwortung durch höherwertige Services.
Bild 1: Den Service optimieren (Mehr Verantwortung durch höherwertige Services.)

DUm sich gegen die Konkurrenz zu positionieren, müssen Fertigungsunternehmen nicht nur Produkte mit hoher Qualität liefern, sondern auch vermehrt die Verantwortung für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb übernehmen. Für die Wartung von Maschinen und Anlagen setzen deshalb viele Unternehmen bereits heute auf Remote-Services, generieren aber mehr Daten als sie nutzen können. Im Folgenden wird vorgestellt, wie Fertigungsunternehmen Remote-Daten automatisiert auswerten und auf dieser Basis ihren Kunden neue Serviceprodukte anbieten können.

Aus Maschinendaten, die per Ferndiagnose gesammelt werden, lassen sich vielfältige und wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Sie befähigen den Hersteller, seinen Kunden höherwertige Services anzubieten und somit mehr Verantwortung zu übernehmen.

Statistische Analyse ist unerlässlich

Bereits für einen prädiktiven Service ist eine umfangreiche, statistische Analyse der Remote-Daten unerlässlich. Hierbei werden Fehlermuster erkannt, die eine sich verschlechternde Produktionsqualität oder sogar den Ausfall einer Maschine ankündigen – und zwar noch bevor der Fehlerzustand tatsächlich eintritt. Das gibt dem Servicebereich die Möglichkeit, außerhalb der Produktionszeiten korrektive Maßnahmen vorzunehmen und somit einen erhöhten Produk-tionsausschuss oder einen Produktionsausfall zu verhindern. Beim Kunden erhöhen diese Maßnahmen die Maschinenbetriebszeiten.

Es lassen sich per Remote-Zugriff aber nicht nur Sensordaten auslesen, sondern auch Konfigurations- und Prozessdaten. Die Analyse dieser Daten über eine längere Zeit hinweg ermittelt ineffiziente Betriebsmodi. So wird zum Beispiel erkannt, wenn in der Blechbearbeitung ein Werkzeugwechsel an einer Maschine zu häufig erfolgt und die Rüstzeiten durch eine bessere Auftragsverteilung auf andere Maschinen reduziert werden könnten. Weitere Optimierungspotenziale liefert der Vergleich der Maschinenbetriebsdaten eines Kunden mit den Daten ähnlicher Kunden (Peer Group).

Die Auswertung der Betriebsdaten zeigt aber auch, wann der Betrieb einer Maschine beziehungsweise einzelner Maschinenteile nicht mehr rentabel ist, weil sich Servicefälle häufen oder die Maschine für die aktuellen Produktionsaufträge nicht optimal bestückt ist. Der Maschinenhersteller kann so seinen Kunden die Modernisierung oder den Austausch seiner Maschinen auf Basis kundenindividueller Wirtschaftlichkeitsrechnungen anbieten. Die über einen längeren Zeitraum und bei mehreren Kunden gesammelten Informationen machen den Hersteller zu einem Experten in Sachen Betriebsoptimierung. Das versetzt ihn in die Lage, die Verfügbarkeit seiner Maschinen beim Kunden nicht nur zu optimieren, sondern vielmehr zu garantieren. So entstehen Serviceverträge mit hohen Umsätzen und Erträgen.

Die höchste Servicestufe ist letztlich die Vereinbarung von Produktionsmengen. Der Hersteller übernimmt dabei die komplette Verantwortung für Maschinen und Mitarbeiter – er wird also selbst zum Produzenten.

Die Auswertung der Maschinendaten und die Bearbeitung daraus resultierender Servicefälle erfolgt in vier Schritten:

1. Remote-Daten analysieren und Fehlermuster identifizieren.

2. Überwachungsregeln für die Fehlermuster definieren.

3. Remote-Daten in Echtzeit überwachen und Serviceprozesse anstoßen.

4. Serviceprozesse ausführen.

IT-Architektur kann angepasst werden

Das Bild 2 stellt eine IT-Architektur zur Realisierung dieser durch Remote-Daten getriebenen Serviceprozesse dar. Sie kann flexibel auf den gewünschten Funktionsumfang und das benötigte Mengengerüst angepasst werden.

Wenn ein Maschinenhersteller erste Schritte unternehmen will, um höherwertige Serviceleistungen auf Basis von Remote-Daten anzubieten, sollte er mit einem Komplettdienstleister zusammenarbeiten. Dieser hat die Beratungsexpertise aus ähnlichen Projekten und stellt auch die notwendige Software als Mietmodell in der Cloud zur Verfügung (Software as a Service). Somit ist ein risikoarmer Start ohne Aufwendung von Investitionsmitteln möglich.

Steigerung des Serviceumsatzes

Hochwertige Services auf Basis von Remote-Datenanalysen sind für Herstellerunternehmen ein notwendiger Schritt hin zur Übernahme von mehr Verantwortung für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb seiner Maschinen bei Kunden. Diese Services führen zu einer Steigerung des Serviceumsatzes mit überdurchschnittlichen Renditen und verstärken die Kundenbindung an den Hersteller. Mithilfe eines erfahrenen Dienstleisters können Hersteller ohne Einsatz von Investitionsmitteln und mit geringem Risiko diese neuen Servicegeschäftsmodelle für sich entwickeln.

Erschienen in Ausgabe: 01/2017