Damit alles rund läuft

Management

Outsourcing - Für die Instandhaltungsaufgaben der Lackiererei hat sich Škoda Auto im tschechischen Kvasiny schon zu Produktionsbeginn für Integral Plant Maintenance (IPM) von Siemens entschieden.

23. September 2015
1 Integral Plant Maintenance minimiert Stillstandzeiten, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und verbessert die Kostenkontrolle und -transparenz – so können beispielsweise bei 98 Prozent Anlagenverfügbarkeit über 800 Karosserien täglich die Lackiererei im Škoda-Werk Kvasiny/Tschechien durchlaufen. 2 Škoda Auto hat sich konsequent für ein Outsourcing des Asset Managements entschieden – jetzt beseitigen Instandhaltungsspezialisten von Siemens eventuelle Störungen, beschaffen Ersatzteile und führen präventive Arbeiten durch
Bild 1: Damit alles rund läuft (1 Integral Plant Maintenance minimiert Stillstandzeiten, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und verbessert die Kostenkontrolle und -transparenz – so können beispielsweise bei 98 Prozent Anlagenverfügbarkeit über 800 Karosserien täglich die Lackiererei im Škoda-Werk Kvasiny/Tschechien durchlaufen. 2 Škoda Auto hat sich konsequent für ein Outsourcing des Asset Managements entschieden – jetzt beseitigen Instandhaltungsspezialisten von Siemens eventuelle Störungen, beschaffen Ersatzteile und führen präventive Arbeiten durch)

Mit Integral Plant Maintenance (IPM) deckt Siemens das gesamte Asset Management im Bereich der Antriebs- und Automatisierungstechnik, Mess- und Prüftechnik und der Energietechnik für seine beauftragenden Partner und Kunden ab.

Bekommt das Unternehmen den Auftrag für das Asset Management, ist ein langfristiger, erfolgsorientierter Vertrag mit klar definierten Zielen die Grundlage für die zukünftige partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das macht den Instandhaltungsaufwand sowie den Nutzen für beide Seiten transparent und kalkulierbar. Hierzu nimmt Siemens als externer Auftragnehmer als ersten Schritt eine On-site-Instandhaltungsanalyse zur Potenzialevaluierung beim Kunden vor.

Erwartungen definieren

Anschließend werden von beiden Partnern die Erwartungen bezüglich der Instandhaltungstechnologien, Best-Practice-Methoden (geplante, vorbeugende, vorausschauende und zustandsüberwachte Instandhaltung) oder auch beispielsweise das Ersatzteilmanagement gemeinsam definiert. Nach Vertragsabschluss folgt die sogenannte Mobilisierung mit ...

- der Einstellung beziehungsweise Übernahme von qualifiziertem Personal und Führungskräften,

- der Anpassung und Einführung der erforderlichen Prozesse,

- dem Beziehen von Räumlichkeiten im Werk,

- dem Etablieren des Lieferantenmanagements, der Lagerlogistik, des Ersatzteilmanagements und

- der Einführung eines Computer-gestützten Instandhaltungsplanungssystems CMMS (Computerized Maintenance Management System).

Die Mobilisierungsphase ist dann Aufgabe der kundenspezifischen Siemens-Implementierungsteams und endet mit der Übernahme der Instandhaltung durch Siemens. Gleichzeitig beginnt damit die Verantwortung der vertraglich vereinbarten Kennzahlen durch den IPM-Manager. Die Analyse der Stärken und Schwächen im betrieblichen Instandhaltungsmanagement mittels CMMS und der Vergleich mit Industrie- und Branchenstandards ermöglicht eine daten- und faktenbasierte Entwicklung von präventiven und prädiktiven Maßnahmen. Mit diesem standardisierten Verfahren und einem monatlichen Reporting erhält der Kunde ein maßgeschneidertes und transparentes Instandhaltungskonzept.

Aufgaben des Managers

Schnittstelle, Coach, Moderator und Berater für beide Vertragspartner ist der IPM-Manager. Er sorgt dafür, dass die Vereinbarungen von beiden Seiten in den Fertigungsanlagen umgesetzt und die Zielvorgaben in Form von Key Performance Indicators (KPI) wie Verfügbarkeit, Kosten und Sicherheit erreicht werden.

Aus möglichen Verbesserungspotenzialen entwickelt der IPM-Manager ein Realisierungskonzept, einen Risikomanagementplan und berechnet die Amortisationszeiten. Die permanente Kontrolle und Bewertung der Maßnahmen fördert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ganz wesentlich.

Škoda Auto betreibt seit 2001 im tschechischen Kvasiny eine komplett neue Fertigung mit modernster Technologie. In der Lackiererei werden täglich mehr als 800 Karossen in bis zu 18 Farben lackiert. Für die Instandhaltungsaufgaben der Lackiererei hat sich Škoda Auto schon zu Produktionsbeginn für Integral Plant Maintenance von Siemens entschieden.

Zwischen Škoda Auto und Siemens wurde ein erfolgsorientierter Vertrag mit Bonus- und Malusregelungen geschlossen, der dem Automobilhersteller die vereinbarte Anlagenverfügbarkeit garantierte. Siemens übernahm die gesamte Wartung und Instandhaltung der Lackieranlage und garantierte vertraglich eine Anlagenverfügbarkeit von 93 Prozent. Hauptaufgabe von Siemens sind die vorbeugende und auch die reaktive Wartung rund um die Uhr im Vier-Schicht-Betrieb sieben Tage pro Woche.

Hierzu kümmern sich circa 60 Siemens-Mitarbeiter um die Instandhaltung der Verfahrenstechnik, der Fördertechnik einschließlich der Förderbrücken zwischen den einzelnen Betriebsbereichen und um einen Teil der End-Montage. Auch die Gebäudetechnik sowie Nebenanlagen, wie beispielsweise die Kompressoranlage, die Kühlstation oder die CO2-Löschanlage, gehören zum Verantwortungsbereich der Siemens-Mitarbeiter. Das sind fast 30 Prozent der Instandhaltung des gesamten Werkes.

Stillstände minimiert

Im Laufe der Jahre konnten in Zusammenarbeit mit Škoda versteckte Potenziale erschlossen und die Performance der Anlage weiter gesteigert werden. Mittlerweile stehen die Siemens-Mitarbeiter und ihr IPM-Manager für 98 Prozent Anlagenverfügbarkeit gerade.

Im Summe werden mit dem Integral Plant Maintenance Stillstandzeiten minimiert, die Anlagenverfügbarkeit erhöht und die Instandhaltungskostenkontrolle und -transparenz durch Einsatz des Siemens-CMMS deutlich verbessert. Ein regelmäßiges Reporting belegt dem Kunden die Relation zwischen den durchgeführten Maßnahmen und dem damit generierten Erfolg.

Erschienen in Ausgabe: 02/2015