Cloud-Anbindung

Predictive Maintenance - Zwei Maschinen für die Montage von Rohrverbindungen liefert Stauff jetzt standardmäßig mit integrierter Anbindung an eine selbst bereitgestellte Cloud: eine Maschine für die Vor- und Fertigmontage von Schneidringen sowie eine Montagemaschine für das Rohrumformsystem Stauff Form.

11. September 2019
Cloud-Anbindung
Montagemaschinen wie diese Rohrumformmaschine lassen sich künftig einfach über eine Cloud-Anbindung überwachen. Software-Updates und neue Parametersätze können ebenfalls auf diesem Weg aufgespielt werden. (Quelle: Stauff)

Die Stauff-Gruppe ist nicht nur Full-Liner für sämtliche Komponenten hydraulischer Leitungen, sondern hat bei all ihren Entwicklungen auch die Verbesserung der betrieblichen Abläufe und Produktionsprozesse ihrer Kunden im Blick.

Mit dieser Cloud-Anbindung verwirklicht Stauff in seinen Maschinen wesentliche Funktionen der Predictive Maintenance, die für den Anwender deutliche Vorteile hat. Bislang musste sich der Stauff-Service beispielsweise bei Software-Updates mit dem Anwender der Maschine in Verbindung setzen und einen Zeitraum vereinbaren, an dem eine Netzwerkverbindung hergestellt und ein Update aufgespielt werden konnte.

Alternativ konnte die Software vor Ort über einen Laptop mit Netzwerkanbindung auf den neuesten Stand gebracht werden. Dieser Vorgang kann künftig online erfolgen. Der Stauff-Service muss dazu nur mit dem Anwender einen Zeitpunkt abstimmen, an dem die Maschine online, aber nicht im Einsatz ist. Außerdem können Stauff-Experten nun ohne großen Aufwand neue Parametersätze übermitteln, wenn der Nutzer der Maschine zum Beispiel abweichende Rohrwerkstoffe verarbeitet, für die die erforderlichen Parameter nicht schon mit Auslieferung der Maschine bereitgestellt wurden.

Dokumentation und Analyse

Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit, per Onlineservice die Maschinenhistorie und -parameter einzusehen. Oliver Wagner, Elektronik-Entwickler bei Stauff und verantwortlich für die Entwicklung der Cloud-Anbindung: »Wir können nun gemeinsam mit dem Anwender Daten analysieren und zum Beispiel die Einstellungen der Maschine optimieren.« Die Maschine dokumentiert außerdem detailliert die vorgenommenen Montagevorgänge und macht sie online abrufbar. Diese lassen sich dann ausdrucken und als Nachweis für eine korrekte Montage benutzen.

Ein Beispiel: Wenn die Parameter zeigen, dass sich der Zylinderdruck bei einem bestimmten Vorgang immer an der Grenze zu einem definierten und hinterlegten Schwellenwert befindet, kann man gezielt gegensteuern und damit die Qualität der Schneidringmontage beziehungsweise der Umformung auf hohem Niveau halten. Sollte die Maschine eine Fehlfunktion aufweisen, lässt sich die Ursache schnell ermitteln, denn alle relevanten Daten sowohl für die Maschine als auch für die einzelnen Werkzeuge, sind in der Cloud abrufbar.

Realisiert wird diese Lösung mit einer integrierten SIM-Karte, die in sämtlichen Industrieregionen der Welt genutzt werden kann. Vorhandene Maschinen können ohne großen Aufwand mit dem Modul nachgerüstet werden. Um die Daten vor Fremdzugriff, Missbrauch und Manipulation zu schützen, findet der Datenaustausch mit der Cloud in beide Richtungen verschlüsselt statt.

Schneidringmontage

Ebenfalls bietet Stauff einen neuen Montagekopf für die Schneidringmontagemaschine an, der das Bearbeiten von Rohrleitungen mit sehr geringen Biegeradien erlaubt. Anlass für die Neuentwicklung war die Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Traktoren und Landmaschinen. Andere Zielgruppen, die Stauff mit dem Montagekopf anspricht, sind zum Beispiel Hersteller von hydraulischen Spannwerkzeugen für Werkzeugmaschinen, Servicebetriebe für die Instandhaltung und Modernisierung von Hydraulikanlagen sowie Rohrkonfektionäre, die beispielsweise Schmierleitungen im Pressenbau fertigen.

Der Montagekopf unterscheidet sich vom Standardmodell durch eine nach oben verlagerte Aufnahme für den Schneidring-Montagestutzen. Dadurch verkürzt sich der Abstand von der Rohrachse im Montagestutzen bis zur Oberkante der Maschine von im Standard 77 Millimeter auf dann 31 Millimeter. Die Schneidringe können problemlos an Rohren mit geringen Achsabständen montiert werden.

Sollten Rohre mit komplexen Geometrien verarbeitet werden, lässt sich die Sicherheits-Lichtschranke, die den Montagebereich absichert, bedarfsweise deaktivieren. Mit dem neuen Montagekopf können Rohre mit Durchmessern von 6 bis 18 Millimetern in der leichten Baureihe und 6 bis 16 Millimetern in der schweren Baureihe bearbeitet werden. Der Wechsel zwischen verschiedenen Montagewerkzeugen ist mit wenigen Handgriffen leicht zu erledigen. Vor der ersten Verwendung des Montagekopfes für enge Biegeradien müssen lediglich neue Parametersätze in die Maschine eingespielt werden.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 12 bis 13