Austausch von Gehäuselagern rechnet sich

Ein Reifenhersteller hat die Lagerlebensdauer an einer Gummischneideanlage auf das Vierfache erhöhen können. Zuvor hatte er konventionelle Gehäuselager durch Lager ausgetauscht, die dauerhaft über einen ölimprägnierten, von NSK entwickelten Polymerwerkstoff geschmiert werden.

04. April 2016
Durch den Einsatz der Molded-Oil-Wälzlager mit Edelstahlgehäuse an einer Gummischneidanlage spart ein Reifenhersteller jetzt mehr als 118.000 Euro pro Jahr. Bild: NSK
Bild 1: Austausch von Gehäuselagern rechnet sich (Durch den Einsatz der Molded-Oil-Wälzlager mit Edelstahlgehäuse an einer Gummischneidanlage spart ein Reifenhersteller jetzt mehr als 118.000 Euro pro Jahr. Bild: NSK)

Vor allem das beim Schneidprozess entstehende Spritzwasser beeinträchtigt die Lebensdauer von Wälzlagern an den leistungsfähigen Gummischneideanlagen, die bei der Produktion von Autoreifen zum Einsatz kommen. Bei einem Reifenhersteller führten die Umgebungsbedingungen und der unzureichende Schutz der Lagerstellen dazu, dass die Gehäuselager an der Anlage zweimal pro Jahr vorzeitig ausgetauscht wurden. Zusätzlich gab es pro Jahr durchschnittlich zwei unerwartete Ausfälle.

Im Rahmen des „Added Value Program“ (AIP) besuchte ein NSK-Anwendungstechniker den Betrieb, und die defekten Wälzlager wurden im Technologiezentrum von NSK analysiert. Dabei stellte sich eindringendes Spritzwasser als Hauptursache für die Ausfälle heraus. NSK empfahl daraufhin den Einsatz von rostfreien Gehäuselagereinheiten mit Molded-Oil-Einsätzen.

Bei den Wälzlagern mit Molded-Oil-Technologie ist der Schmierstoff in ein Harz eingelagert, das den Eintritt von Wasser und Fremdkörpern verhindert. Das Schmiermedium wird kontinuierlich in geringen Mengen gezielt in die Laufbahnen abgegeben. Im Vergleich zu anderen, von Wettbewerbern verwendeten Harzen ist der Schmierstoffanteil deutlich (teilweise um mehr als 50%) höher, so dass eine sehr gute und dauerhafte Schmierwirkung erreicht wird.

Zu den Lagerbauarten, die NSK mit Molded-Oil-Technologie anbietet, gehören Gehäuselager mit Edelstahlgehäuse, die in diesem Fall zum Einsatz kommen. Das Lagergehäuse ist als Gussteil aus austenitischem rostfreiem Stahl ausgeführt. Auch die Lagerringe, Kugel und Schleuderscheiben werden aus rostfreiem Stahl gefertigt. Damit ist optimaler Schutz vor Korrosion gewährleistet – sowohl am Gehäuse als auch im Innern des Lagers, das zusätzlich durch das Molded-Oil-Harz dauerhaft geschützt ist.

Der Reifenhersteller setzte diese Empfehlung in die Praxis um und profitiert seitdem von einer vierfach längeren Lebensdauer der Gehäuselager. Die Lager müssen nun im Schnitt nach einem Jahr statt nach drei Monaten ausgetauscht werden. Stellt man die Kosten für Ausfallzeit und Lageraustausch gegenüber, ergibt sich durch den Einsatz der Molded-Oil-Lager in Stehlagerausführung mit Edelstahlgehäuse eine jährliche Einsparung von 118.642 €.