11. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Alternative Verfahren zur Rotorblattinspektion


Rotorblätter von Windkraftanlagen müssen durch wiederkehrende Inspektionen mindestens alle vier Jahre von Industriekletterern auf strukturelle Integrität geprüft werden. Im Forschungsprojekt 'Thermoflight‘ untersuchen Fraunhofer-Wissenschaftler mit Partnern aus Industrie und Forschung alternative Inspektionsverfahren.
Mehrseitiger Artikel:
  1 2 3

Auf Drohnen befestigt lassen sich so mit Thermografiekameras Fehlstellen unterhalb der Oberfläche von Verbundmaterialien aufspüren, wie zum Beispiel Delaminationen (Schichtablösungen), Einschlüsse, Fehlverklebungen in den Last tragenden Gurt-Steg-Verbindungen und Hohlräume, sogenannte Lunker. Diese Schäden in der Tiefe des Rotorblatts sind Ausgangspunkte für wachsende Strukturschäden im Betrieb, die bei Nichterkennung zum Totalverlust führen können.

„Ziel ist es, durch das kombinierte Prüfverfahren Schäden früher zu erkennen und so Notabschaltungen zu vermeiden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Blätter gezielt zu inspizieren“, so Nicholas Balaresque, Geschäftsführer bei der Deutschen WindGuard Engineering.

Erste Thermografietests in den Räumlichkeiten des Partners Deutsche WindGuard Engineering GmbH wurden erfolgreich abgeschlossen, im nächsten Schritt muss die Auswahl der Kameratechnik und der Drohnen getroffen werden. Im Zuge der Validierung von Thermografieaufnahmen zur Strukturanalyse der Rotorblätter werden darüber hinaus Messungen an der Forschungswindenergieanlage der Universität Bremen durchgeführt und darauf basierend Auswertealgorithmen entwickelt. Die WindMW Service GmbH als Betreiber eines Offshore-Windparks konzipiert Einsatzszenarien für die Offshore-Rotorblattinspektionen mit dem Ziel der nachhaltigen Reduzierung und Optimierung der regelmäßig anstehenden Prüfungen.

Kosten für die Windenergieerzeugung auf See reduzieren

Das neue kombinierte Prüfverfahren kann dazu beitragen, Inspektionskosten zu senken, aber vor allem auch den Energieertrag durch weniger Stillstandszeiten zu erhöhen. Industriekletterer benötigen einen Tag, um einen Rotor zu untersuchen. „Eine Inspektion des Rotors mittels Drohne ist in einer Stunde machbar“, schätzt Krause. „Für eine gezielte Inspektion auf Basis der Ergebnisse der Schallemissionsprüfung wird noch weniger Zeit benötigt. Speziell in Kombination mit autonomen unbemannten Flugfahrzeugen können diese neuen Technologien einen Beitrag zu einem effizienten, sicheren und energie- sowie materialoptimierten Rotorblattinspektionsverfahren liefern und somit Inspektionsaktivitäten ergänzen und unterstützen.“


Mehrseitiger Artikel:
  1 2 3
Datum:
06.12.2017
Unternehmen:
Bilder:
Seilpartner GmbH

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 


i-Quadrat 2/2017

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben