23. JANUAR 2018

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Prozessautomation

Andreas Buchdunger und Marco Colucci. Smarte Messgeräte von Endress+Hauser sammeln bereits seit Jahren Daten während des Einsatzes, jedoch wird hiervon nur ein Bruchteil wirklich genutzt. Jetzt soll dieser Schatz im Rahmen verschiedener IoT-Lighthouse-Projekte gehoben werden – mithilfe einer cloudbasierten App, die Spezialisten von Endress+Hauser zusammen mit SAP entwickelt haben. Vorausschauende Wartung und entsprechende Kosteneinsparungen sollen damit leicht und unkompliziert umsetzbar werden.
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Herr Buchdunger, auf der DSAG-Konferenz in Bremen war zu hören, daß Endress+Hauser zusammen mit SAP Projekte im Bereich Internet of Things initiiert hat. Was hat es damit auf sich?
Für das Chemie-4.0-Modell haben wir eine Gesamtlösung für eine Anlage der BASF vorgestellt. Es geht dabei um sehr viele Messgeräte mit unterschiedlichen Messaufgaben. Die Geschichte dazu beginnt aber eigentlich schon vor vielenJahren. Wir haben uns dem Thema Asset Lifecycle Management über unser Asset Portal genähert, das 2005 bei uns live gegangen ist. Über dieses Portal sind alle Informationen über unsere Produkte abrufbar. Das ist sehr gut angekommen, aber es gab immer ein Handicap: andere Hersteller haben das so nicht angeboten. Der Kunde konnte also alles über seine Endress+Hauser-Geräte wissen, aber trotzdem ein Problem mit der Anlage haben, weil da mehrere Hersteller betroffen sind. Und diese Schräglage lässt sich jetzt mit Ansätzen, die von der SAP mit der Plattform Asset Intelligence Network, kurz AIN, angeboten wird, beheben, weil auf dieser Plattform viele Hersteller vertreten sein können.

Was genau ist das AIN?

Colucci: Das ist eine globale Asset Plattform, welche die Software-Welten des Backend-ERP mit der IoT-Welt verbindet – und in diesem Zug auch die Betreiber mit den Herstellern. Über das SAP AIN teilen Hersteller, Dienstleister und Anlagenbetreiber auf einer cloudbasierten Plattform ihre Daten miteinander. Ein Hersteller stellt etwa die Stammdaten zur Verfügung. Kunden können die Daten in ihre Systeme übernehmen und mit den bereits vorhandenen Stammdaten verbinden. Das ganze basiert auf der SAP-Cloud-Plattform. Die Prozessleittechnik des Kunden, also die OT-Welt selbst bleibt unverändert, und muss nicht modifiziert werden, denn das sind in der Regel kritische Anwendungen. Stattdessen docken wir an bestehende Geräte an und übertragen dann diese Daten via sogenannte Edge-Gateways in die Cloud.

Und von da aus auch wieder zurück?

Buchdunger: Technisch wäre das möglich, aber im laufenden Projekt machen wir davon keinen Gebrauch, weil das die Security-Anforderungen unnötig erhöhen würde.

Wie läuft das Andocken an beste-hende Anlagen zur Datennutzung eigentlich physikalisch?

Colucci: In Neuanlagen haben Sie die Möglichkeit, Ethernet-basierte Feldbusse oder Wireless-Technologien, wie WLAN zu verwenden. Und in bestehenden Anlagen kann man beispielsweise bei vier- bis 20-mA-HART-Geräten durch das Nachrüsten von Wireless-HART-Komponenten die Daten in die Cloud übertragen. Das heißt, dass man hier Hardware nachrüsten muss.
Welches Protokoll wird dafür benutzt?
Colucci: Das Protokoll dafür wird bei Neuanlagen durchgehend OPCUA sein, vor allem für die Anbindung von multivariablen Messgeräten mit entsprechender Prozessorleistung und Speicherkapazität. Bei den Bestands-anlagen, je nach installierter Basis, kann es zum Beispiel auch HART oder Profibus sein.


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Ausgabe:
aut 08/2017
Unternehmen:
Bilder:
Endress+Hauser
Timo Kreft
Endress+Hauser
Endress+Hauser

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