22. APRIL 2018

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Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0


Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Partner haben im Auftrag des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) eine Studie zum Thema „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“ erstellt. Die Studie identifiziert Best-Practice-Beispiele und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.
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Als weiteres Ergebnis fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Unternehmen bislang kaum Daten über den Verbrauch ihrer Industrie-4.0-Technologien erheben. „Da keine Informationen über die Aufwände vorliegen, lässt sich auch der Nutzen nicht bilanzieren“, kritisiert Bogdanov. Eine Handlungsempfehlung für KMU lautet also, mit den neuen Technologien bestmögliche Transparenz über Ressourceneffizienz sicherzustellen. »Die Erfassung und Auswertung von Daten zu betrieblichen Ressourcenverbräuchen sollen künftig als strategische Aufgabe im Fokus der Unternehmen stehen«, ist Bogdanov überzeugt. Dazu gehöre, nicht nur die Aufwände aller Produktionsgüter zu messen, sondern auch der Technologien, die diese Daten generieren.

Größtes Potenzial durch intelligente Datenerfassung und -verknüpfung

Neben den Hemmnissen konnten auch erste Potenziale von Industrie 4.0 für die Ressourceneffizienz herausgearbeitet werden. So liegen die größten Chancen zunächst einmal in der intelligenten Datenerfassung und -verknüpfung. Durch den Einsatz von smarter Sensorik und intelligenten Steuerungskonzepten zur unmittelbaren Überwachung der Rohstoffqualität, des Energieverbrauchs oder der Materialqualität und -menge ergeben sich somit prinzipielle Vorteile bezüglich Ressourceneffizienz.

Die Technologien der digitalen Transformation lassen sich auch dazu einsetzen, die Materialeffizienz zu steigern und Überproduktionen zu verringern. 3D-Drucktechnologien, die in der Industrie-4.0-Landschaft einen hohen Stellenwert haben, können etwa solche Materialeinsparungen begünstigen. Insgesamt hängen die Ressourceneffizienzpotenziale immer von der jeweiligen Digitalisierungsebene des Unternehmens ab. „Digitalisierung muss immer aus dem eigenen Bedarf heraus kommen. Es bringt nichts, blind in Digitalisierungsmaßnahmen zu investieren, ohne die Effekte auf die Ressourcen kalkuliert zu haben“, rät Bogdanov. Dementsprechend sollten Unternehmen erst den für Sie passenden Digitalisierungsgrad realisieren und anschließend prüfen, an welchen Stellen sich damit die Ressourceneffizienz steigern lässt.

Die Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0“ wurde vom VDI ZRE in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz beauftragt. Die TU Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz haben die Studie erarbeitet.

Die Studie wurde aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der beteiligten Landesministerien finanziert. Die Studie umfasst 270 Seiten und kann kostenlos hier heruntergeladen werden.


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Datum:
16.08.2017
Unternehmen:
Bilder:
„Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“, VDI ZRE/ Fraunhofer IPA
„Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“, VDI ZRE/Fraunhofer IPA

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