27. MAI 2016

zurück

kommentieren drucken  

»Die betriebsführende SPS ist in der Lage, die Daten eigenständig zu versenden.«


Management

Software - Im Interview spricht Martin Greif, Leiter des Geschäftsbereichs Industrie bei Bachmann electronic, über das neue Flotten-Management-System (FMS) für die zustandsbasierte Wartung.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Herr Greif, welche Zielgruppe möchte Bachmann mit dem FMS erreichen?
In der Business-Unit Industrie fokussieren wir uns im weitläufigen Feld des Maschinen- und Anlagenbaus auf den klassischen Investitionsgüterbereich. Es geht um Maschinen und Anlagen, die 20 bis 30 Jahre im Einsatz sind und auch die ein oder andere Modernisierung erfahren. Wir bewegen uns also im Umfeld von Hütten- und Walzwerken, Gießereimaschinen, Umformtechnik oder Urformtechnik, zum Beispiel Metallpulverpressen. Unsere Produkte sind auf Robustheit und Verfügbarkeit getrimmt. Langzeitkompatibilität, trotz stetiger Innovation, spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wir schaffen Möglichkeiten, die Anlagen über diese Zeit kontinuierlich betreiben zu können und über diesen langen Zeitraum Daten und Informationen zu sammeln. Das war die Grundmotivation, warum wir uns mit dem Flotten-Management-System beschäftigt haben.

Warum scheuen viele Maschinenbauer bisher die zustandsbasierte Wartung?
Zu einem wegen der Verfügbarkeit der Daten. Es geht um die Frage, ob die Endkunden es dem Maschinenbauer erlauben, überhaupt auf die Daten zuzugreifen. Gerade im Automotive-Umfeld geben die Unternehmen nicht gerne produktionsrelevante Daten nach außen. Der zweite Grund hat mit dem Aufwand zu tun, der betrieben werden muss, um eine brauchbare Lösung zu bekommen. Vielen schwebt ein ultimatives Expertensystem vor, das 15 bis 20 Mannjahre an Erfahrung erfordert, um erste brauchbare Informationen abzuleiten. Das sind die Hauptvorbehalte, mit denen wir konfrontiert werden. Beide lassen sich relativ leicht entkräften.

Was können Sie dem befürchteten hohen Engineering-Aufwand entgegensetzen?
Man sollte nicht mit Massendaten starten und ein komplexes System aufbauen, sondern das nutzen, was schon vorhanden ist. Von der betriebsführenden SPS aus besteht Zugriff auf sämtliche Informationen von Sensoren und Aktoren. Ein relativ einfacher Ansatz ist, diese Informationen neben dem klassischen Steuern der Anlage auch für das Sammeln von Zustandsinformationen zu nutzen. Nehmen wir als einfaches Beispiel eine Pumpe, die an einer bestimmten Stelle im Produktionszyklus ein- und ausgeschaltet werden muss. Von der Betriebsführung aus wird genau der Zeitpunkt des Ein- und Ausschaltens gesteuert. In Bezug auf die Instandhaltung ist nicht der Prozess interessant, relevant sind hier die Betriebsstunden der Pumpe. Das Ein- und Ausschaltsignal lässt sich dabei zusätzlich dafür nutzen, einen Betriebsstundenzähler zu speisen. Dieses Prinzip lässt sich auch auf komplexere Zusammenhänge – zum Beispiel Veränderung des Stromverbrauchs für eine Bewegung über die Zeit – anwenden.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Ausgabe:
IQ 02/2015
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 


i-Quadrat 1/2016

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben