24. NOVEMBER 2017

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Klüger investieren


Gebrauchtmaschinen

Niedrigeres Investitionsvolumen und ausreichende Produktionsleistung sind Argumente für den Kauf einer gebrauchten Maschine. Aber ist es so einfach? Der Rohrbiegemaschinen-Hersteller Schwarze-Robitec zeigt auf, worauf es beim Gebrauchtmaschinenkauf ankommt.
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Gerade bei hochkomplexen Anlagen des Spezialmaschinenbaus kommt es auf eine ganze Reihe von Faktoren an, die über die Wirtschaftlichkeit beim Einsatz einer gebrauchten Anlage bestimmen. Im schlimmsten Fall wird die neue Gebrauchte zum Störfall im Produktionsablauf, weil Bauteilqualität und Ausbringungsleistung nicht stimmen.

Wer kauft schon ein Auto, ohne Probefahrt und ohne seine Ausstattung zu kennen? Oft gleicht aber die Investition in eine gebrauchte Anlage diesem Szenario. Das gilt vor allem, wenn komplexe Spezialmaschinen aus einem Nischenbereich ohne Rücksprache mit dem Originalhersteller gekauft werden. Die Rohrbiegebearbeitung im industriellen Maßstab ist dafür ein gutes Beispiel: In vielen Branchen kommen kundenspezifische Anlagenlösungen zum Einsatz, die mit CNC-Steuerung, Hochleistungsantrieben und komplex konstruierten Biegewerkzeugen für hochgenaue Biegeergebnisse sorgen. Die anspruchsvolle Anlagentechnologie kann nicht einfach ab- und aufgebaut werden, um bei einem anderen Unternehmen neue Komponenten zu produzieren.

Detailfragen zur Bauteilgeometrie, dem Werkstoff und der Ausbringungsmenge beeinflussen in entscheidendem Maß die Einsatzmöglichkeiten der Maschine, wie Hartmut Stöhr, Geschäftsführer beim Biegemaschinenspezialisten Schwarze-Robitec (Hersteller der Maschinen der Marken Schwarze-Robitec, Robitec und Schwarze-Wirtz), deutlich macht: »In unserem Fall erschwert schon das Verfahren selbst den Verkauf von Gebrauchtmaschinen durch Dritte. Wenn eine unserer Rohrbiegemaschinen zum Beispiel für die Bearbeitung von dünnwandigen Abgasrohren in Massenfertigung ausgelegt wurde, ist sie eventuell nicht für das Biegen von dickwandigen Hochdruckrohren für den Anlagenbau geeignet.« Ob Antriebskonzept und Maschinendesign unter den neuen Bedingungen für eine perfekte Bauteilqualität sorgen, kann letztlich nur ein Experte von Schwarze-Robitec beurteilen.

Ungewöhnlich hohe Risiken

Dass der Kauf von gebrauchten Spezialmaschinen trotzdem immer wieder ohne Nachfrage beim Hersteller erfolgt, ist das Ergebnis von wirtschaftlichen Überlegungen, wie Stöhr weiß: »Es klingt natürlich reizvoll, wenn für die eigene Produktion eine Maschine eines namhaften Herstellers zu einem scheinbar sehr günstigen Preis angeboten wird.«

In der Folge gehen Käufer von Spezialmaschinen jedoch häufig zu hohe Risiken ein. So werden Maschinen ohne vorherige Tests übernommen. Eine erste Prüfung findet erst am neuen Produktionsstandort statt. Ob die Anlage über die geforderte Leistungsfähigkeit verfügt, kann unter diesen Voraussetzungen natürlich nicht überprüft werden.


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IQ 01/2013
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