15. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Technik zum Abheben


Am Prüfstand für Raketenantriebe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hat Konecranes den Drehkran modernisiert und modernste Technik für mehr Effizienz und Sicherheit installiert.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Ein 51 Hektar großes Gelände am Südrand des Harthäuser Waldes in der Nähe der A81 bei Heilbronn. Viel Wald, Landwirtschaft und Natur – mitten in dieser Idylle entsteht am Standort Lampoldshausen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Technologie, die die europäische Raumfahrt durchstarten lässt. Rund 320 Mitarbeiter forschen hier am Institut für Raumfahrtantriebe des DLR, vor allem an Triebwerkstechnologie für Raketenoberstufen der Trägerraketenfamilie Ariane. Sie kommt bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS oder beim Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo zum Einsatz. Am Prüfstand P4 in Lampoldshausen, einem von insgesamt acht Prüfständen auf dem Gelände, werden die Triebwerke unter Bedingungen getestet, denen sie später beim Flug im Weltall ausgesetzt sind. Bei den Vorbereitungen der Versuche muss tonnenschweres Forschungsmaterial angeliefert und entladen werden. Eine wichtige Aufgabe für den Drehkran auf dem Dach des fast zwölf Meter hohen Gebäudes. Um die in die Jahre gekommene Krananlage zu modernisieren, baut das DLR auf die Erfahrung und Kompetenz von Konecranes, einem der weltweit führenden Kran- und Hebezeughersteller.

„Wir haben den Drehkran aus dem Jahr 1964 auf dem Dach von Prüfstand P4 genau untersucht und gemeinsam mit dem DLR ein Konzept entwickelt, um die Krananlage auf den neusten technischen Stand zu bringen. Mit Features wie den frequenzgesteuerten Antrieben an Drehwerk und Laufkatze erfüllt der Drehkran nun optimal die Anforderungen des Prüfstandsbetriebs“, sagt Werner Marquardt, Projektmanager Modernisierungen bei Konecranes. Die Kranexperten verstärken zudem den Stahlbau und erneuern dessen Konservierung. Verschlissene mechanische Bauteile werden ersetzt und die Kranelektrik komplett ausgetauscht. Mit neuen Laufstegen, Geländern und Aufgängen verbessert Konecranes auch die Sicherheit der Krananlage.

Auf dem Dach des Raketenantriebsprüfstands muss die Anlage im Jahresverlauf Temperaturen von minus 5 bis plus 40 Grad Celsius bei Wind, Regen, Sonne und Schnee trotzen. Zudem ist Baden-Württemberg deutschlandweit das Bundesland mit den meisten Niederschlägen. Im Jahr 2016 fielen hier pro Quadratmeter im Schnitt 965 Liter. „Die Witterung hat der Konservierung und der Stahlkonstruktion über Jahre stark zugesetzt“, sagt Werner Marquardt. Die Spezialisten von Konecranes demontieren deshalb zunächst das Gegengewicht von insgesamt 5,5 Tonnen. Anschließend wird der komplette 13,8 Tonnen schwere Kran mittels zwei Autokranen abgehoben und auf Flur abgesetzt. Für den Transport muss ein Schraubstoß zwischen dem Ausleger und dem 3,2 Tonnen schweren Unterteil eingearbeitet werden.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Datum:
20.11.2017
Unternehmen:
Bilder:
Koncecranes
Konecranes
Konecranes
Konecranes

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 


i-Quadrat 2/2017

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben